Paris – 19.08.2026: Nach einem massiven Datendiebstahl bei der französischen Steuerverwaltung hat Haushaltsminister David Amiel die Betroffenen um Entschuldigung gebeten. Nach dem am Dienstag veröffentlichten Stand wurden Steuerdaten von mindestens 678.000 Privatpersonen und Unternehmen eingesehen oder entwendet. Hinzu kommen Angaben aus Katasterdateien zu 430.000 Privatpersonen. Amiel bezeichnete den Vorfall bei einem Auftritt im Pariser Finanzministerium als unzumutbar für die Betroffenen.
Der unbefugte Zugriff ereignete sich nach Darstellung der Direction générale des finances publiques (DGFiP) bereits Ende Juni. Möglich geworden sei er durch die Vortäuschung einer Identität. Die Verwaltung unterbrach den Zugang demnach im Zuge einer Kontrolle, erkannte das Ausmaß des Datenabflusses jedoch erst bei den anschließenden Untersuchungen. Öffentlich bekannt wurde der Angriff am 12. August, nachdem sich die mutmaßlichen Täter selbst dazu bekannt hatten.
Die entwendeten Steuerdaten umfassen nach Angaben der Verwaltung unter anderem das Referenzsteuereinkommen und Angaben zum Familienquotienten. Solche Informationen lassen Rückschlüsse auf die wirtschaftliche und persönliche Situation der Betroffenen zu. Auch Katasterdaten können sensible Hinweise auf Immobilienbesitz und Eigentumsverhältnisse enthalten. Welche Datensätze in einzelnen Fällen vollständig abgerufen wurden und ob die Informationen bereits für Betrugsversuche verwendet werden, geht aus den vorliegenden Angaben nicht hervor.
Am Dienstag bestätigte die Finanzverwaltung außerdem einen weiteren unbefugten Zugriff. Dieser betraf Daten zu herrenlosen Nachlässen, also Vermögen verstorbener Personen, für die keine Erben bekannt sind oder deren Erbschaft nicht angenommen wurde. Der Zugriff sei rasch erkannt und gestoppt worden. Angaben zur Zahl der betroffenen Datensätze machte die Behörde zunächst nicht. Damit stehen neben dem großangelegten Abfluss von Steuer- und Katasterinformationen weitere interne Datenbestände der Verwaltung unter besonderer Beobachtung.
Für die Regierung ist der Vorfall heikel, weil die DGFiP zu den zentralen staatlichen Verwaltungen Frankreichs gehört. Sie erhebt Steuern, führt Katasterdaten und verarbeitet umfangreiche Informationen über Haushalte und Unternehmen. Die politische Verantwortung reicht damit über eine technische Sicherheitslücke hinaus: Betroffene müssen erfahren, welche Angaben abgeflossen sind, während die Verwaltung ihre Zugangs- und Kontrollverfahren überprüfen muss.
Amiel sagte, der Staat müsse aus dem Angriff Konsequenzen ziehen. Die Untersuchungen sollen klären, wie die Identitätstäuschung gelang, welche Schutzmechanismen versagten und ob weitere Systeme betroffen sind. Nach Angaben der Verwaltung war der ursprüngliche Zugang bereits Ende Juni geschlossen worden; das tatsächliche Ausmaß des Abflusses wurde jedoch erst Wochen später festgestellt.
Quellen
- Agence France-Presse, 18.08.2026
- Direction générale des finances publiques
- Ministère de l'Économie et des Finances
- Agence nationale de la sécurité des systèmes d'information
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).