Politik & Gesellschaft

Frankreichs Regierung stellt Rentenanpassung und Steuerabzug zur Wahl

Im Ringen um den Haushalt 2027 verknüpft die Regierung die Inflationsanpassung der Renten mit dem steuerlichen Zehn-Prozent-Abzug. Die Republikaner verlangen, die Sparlasten breiter zu verteilen.

Paris – 11.09.2026: Die französische Regierung stellt im Ringen um den Haushalt 2027 zwei Vorteile für Ruheständler gegeneinander: die vollständige Anpassung der Renten an die Inflation und den steuerlichen Pauschalabzug von zehn Prozent. Der für die öffentlichen Finanzen zuständige Minister David Amiel sagte am Freitag, beides lasse sich nicht zugleich fortführen. Der Abzug könnte daher eingeschränkt oder vollständig abgeschafft werden.

Amiel bezifferte die Kosten einer allgemeinen Inflationsanpassung im kommenden Jahr auf mehr als sechs Milliarden Euro. Eine Finanzierung dafür gebe es bislang nicht. Seine Äußerung nimmt den Haushaltsberatungen nicht das Ergebnis vorweg, setzt aber einen politischen Rahmen: Bleibt die Indexierung erhalten, soll der Steuerabzug als mögliche Gegenfinanzierung auf den Prüfstand. Andernfalls müssten Rentner Kaufkraftverluste hinnehmen.

Der Pauschalabzug mindert die steuerpflichtigen Renteneinkünfte, ist jedoch pro Steuerhaushalt begrenzt. Ursprünglich bildet ein solcher Abzug typische berufliche Aufwendungen pauschal ab. Für Ruheständler hat er längst die Funktion einer eigenständigen Steuervergünstigung. Seine Abschaffung träfe sie unterschiedlich stark: Maßgeblich wären die Höhe der steuerpflichtigen Rente, weitere Einkünfte und die Zusammensetzung des Haushalts. Menschen mit niedrigen, ohnehin nicht besteuerten Renten wären von einer Änderung nicht in gleicher Weise betroffen.

Pierre-Henri Dumont, stellvertretender Generalsekretär der Republikaner, wandte sich bei Franceinfo gegen Einsparungen, die einseitig Rentner oder Erwerbstätige belasteten. Seine Partei verlange, die Anstrengungen auf mehrere gesellschaftliche Gruppen zu verteilen. Die Notwendigkeit einer Haushaltskorrektur stellte er dabei nicht grundsätzlich infrage, warnte jedoch vor einer verschärften Auseinandersetzung zwischen den Generationen.

Der Pariser Renaissance-Abgeordnete Sylvain Maillard plädierte zunächst für Gespräche mit Amiel, um eine tragfähige Lösung zu finden. Die unterschiedlichen Positionen verweisen auf das parlamentarische Problem der Regierung. Eine schwächere Rentenanpassung senkt die reale Kaufkraft aller Betroffenen; die Kürzung des Abzugs erhöht dagegen gezielt die Steuerlast jener Ruheständler, die Einkommensteuer zahlen.

Frankreich finanziert seine gesetzliche Altersvorsorge überwiegend im Umlageverfahren. Rentenausgaben, Sozialbeiträge und öffentliche Haushalte sind deshalb eng miteinander verknüpft. Zugleich sucht die Regierung angesichts hoher Defizite nach Einsparungen. Jede Änderung bei Renten oder Steuern berührt eine große und politisch einflussreiche Bevölkerungsgruppe.

Konkrete Vorschläge sollen in die Entwürfe für den Staatshaushalt und den Sozialversicherungshaushalt 2027 einfließen, deren Vorlage für den 30. September vorgesehen ist. Offen sind ein vollständiger Wegfall, eine gestaffelte Begrenzung des Abzugs oder eine geringere Rentenanpassung. Beschlossen ist bislang keine dieser Varianten.

Quellen

  • Franceinfo
  • Capital mit AFP
  • MoneyVox mit AFP
  • Le Monde

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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