Paris – 01.08.2026: Die regulierten Stromtarife für private Haushalte in Frankreich steigen zum 1. August durchschnittlich um 2,5 Prozent einschließlich Steuern. Die Regierung folgt damit dem Vorschlag der Commission de régulation de l'énergie (CRE). Betroffen sind nach Angaben der Behörden rund 20 Millionen Haushalte, darunter zahlreiche Kunden des Tarif Bleu von EDF sowie Kunden lokaler Energieversorger.
Die CRE beziffert die Mehrbelastung für einen Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 4.500 Kilowattstunden auf rund 26 Euro. In diesem Rechenbeispiel erhöht sich die durchschnittliche Jahresrechnung einschließlich Steuern von 1.046 auf 1.072 Euro. Wie stark die tatsächlichen Kosten steigen, hängt vom Verbrauch, der vertraglich vereinbarten Anschlussleistung und der gewählten Tarifoption ab.
Ein wesentlicher Kostentreiber ist das Netzentgelt TURPE, aus dem Transport, Verteilung, Wartung und Modernisierung der Stromnetze finanziert werden. Zum 1. August erhöht es sich im Verteilnetz durchschnittlich um 3,04 Prozent; im Übertragungsnetz beträgt der Anstieg 3,34 Prozent. Für Haushalte werden diese Werte nicht addiert, da die Entwicklung im Verteilnetz den Transportanteil bereits berücksichtigt.
Erstmals fließt zudem der neue Kapazitätsmechanismus in die Berechnung der regulierten Tarife ein. Er soll gewährleisten, dass auch in Zeiten besonders hoher Nachfrage genügend Strom verfügbar ist. Im Gegenzug sinkt die Stromverbrauchsteuer für Anschlüsse mit einer vertraglichen Leistung von bis zu 36 Kilovoltampere leicht: von 30,85 auf 30,62 Euro je Megawattstunde. Diese Entlastung reicht allerdings nicht aus, um die übrigen Kostensteigerungen auszugleichen.
Haushalte können ihre Rechnung begrenzen, indem sie Tarifoption und Verbrauchsprofil miteinander abgleichen. Die Regulierungsbehörde öffnet die Option mit Haupt- und Nebenzeiten nun auch für Anschlüsse mit drei Kilovoltampere. Sie kann sich lohnen, wenn sich ein erheblicher Teil des Verbrauchs zuverlässig in günstigere Zeitfenster verschieben lässt, beispielsweise das Laden eines Elektroautos oder der Betrieb programmierbarer Haushaltsgeräte.
Vor einem Wechsel empfiehlt sich ein Vergleich der Gesamtkosten über ein Jahr. Ein niedriger Arbeitspreis je Kilowattstunde allein sagt wenig aus: Hinzu kommen Grundpreis, Vertragslaufzeit, Regeln für spätere Preisanpassungen und die Verteilung des persönlichen Verbrauchs über den Tag. Auch zeitlich begrenzte Rabatte können ein Angebot günstiger erscheinen lassen, als es nach Ablauf der Vergünstigung tatsächlich ist.
Das staatliche Informationsportal Energie-Info weist darauf hin, dass die Netzentgelte bei allen Anbietern gleich sind. Preisunterschiede entstehen deshalb vor allem durch die Beschaffungskosten, die Vertragsbedingungen und die Kalkulation des jeweiligen Lieferanten. Wer Angebote vergleicht, sollte dafür möglichst den eigenen Jahresverbrauch und die bisherige Rechnung heranziehen.
Quellen
- Commission de régulation de l'énergie
- Service-Public.fr
- Energie-Info des nationalen Energiemediators
- Légifrance
- Franceinfo
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).