Es klingt fast wie ein schlechter Witz: Ausgerechnet die beiden dynamischsten Energiequellen der Welt – Windkraft und Solarenergie – sollen in Frankreichs Energiestrategie für die Jahre 2025 bis 2035 keine Rolle mehr spielen.
Doch genau das sieht ein aktueller Gesetzesentwurf vor. Und die Empörung ist groß.
Die Streichung, die keiner kommen sah
Was ist passiert? In der Nationalversammlung wurden kürzlich mehrere Änderungen an einem Gesetz zur künftigen Energieplanung beschlossen. Darin werden unter anderem die "dekarbonisierten" Energieformen definiert – also solche, die ohne CO₂-Ausstoß erzeugt werden.
Aufgelistet werden: Atomkraft, Wasserkraft, Gezeitenkraft, Geothermie, Biomasse und andere spezialisierte Technologien wie Osmosekraft.
Nicht aber: Photovoltaik. Und nicht: Windenergie.
Ein fataler Fehler, sagt Jules Nyssen, Präsident des französischen Verbands für erneuerbare Energien (SER). Für ihn ist das nicht weniger als "technologischer Negationismus" – und ein Schlag ins Gesicht all jener, die an Frankreichs Energiewende gearbeitet haben.
Sein Warnruf? Die Konsequenzen könnten "katastrophal" sein – sowohl für die Wirtschaft als auch für die Gesellschaft.
Moratorium mit politischer Sprengkraft
Am 19. Juni 2025 nahm das politische Drama eine neue Wendung: Die Nationalversammlung beschloss ein Moratorium. Neue Solar- und Windkraftprojekte? Vorerst auf Eis gelegt.
Der Antrag kam vom konservativen Abgeordneten Jérôme Nury (Les Républicains) und fand breite Unterstützung bei den rechten und rechtsextremen Parteien. Abgelehnt wurde er von der Mitte und der linken Opposition.
Doch am Ende setzte sich die rechte Mehrheit durch.
„Das ist verantwortungslos“, wetterte Industrie-Minister Marc Ferraci nach dem Votum. In seinen Augen bremst Frankreich damit nicht nur seine eigene Energiewende aus – sondern riskiert auch seine technologische Wettbewerbsfähigkeit.
Eine Branche in Gefahr
Die Entscheidung ist kein bloßes Symbol. Sie betrifft handfeste wirtschaftliche Interessen.
Frankreichs Sektor für erneuerbare Energien beschäftigt über 166.000 Menschen. Mehr als 500 Unternehmen forschen, bauen, investieren – oft mit langfristigen Projekten und hohem finanziellem Risiko.
Wind und Sonne auszuklammern, würde diesen Sektor empfindlich treffen. Der Ausbau stockt, Arbeitsplätze geraten unter Druck, Innovation wird ausgebremst.
Und was noch schwerer wiegt: Frankreich könnte seine eigenen Klimaziele verfehlen. Bis 2050 will das Land klimaneutral sein. Ohne Wind- und Solarenergie? Kaum denkbar.
Bruch mit Europa
Auch im europäischen Kontext ist Frankreichs Kurs bemerkenswert – im negativen Sinne.
Die EU setzt klar auf einen Ausbau der erneuerbaren Energien. Photovoltaik, Onshore- und Offshore-Wind sind zentrale Bausteine der europäischen Klimastrategie. Milliarden Euro werden bereitgestellt, Mitgliedstaaten unter Druck gesetzt, ihre Emissionen zu senken.
Frankreich aber scheint einen Sonderweg einzuschlagen.
Einen, der nicht nur unzeitgemäß wirkt – sondern auch außenpolitisch heikel ist.
Könnte sich Paris damit im Kreis seiner EU-Partner isolieren?
Was sagt das über Frankreichs Energiepolitik?
Frankreich hat traditionell auf Atomkraft gesetzt – und das nicht zu Unrecht. Die CO₂-Bilanz des Landes ist im europäischen Vergleich gut, die Versorgungssicherheit hoch.
Doch auf diese Karte allein zu setzen, ist riskant. Atomkraftwerke sind teuer, wartungsintensiv und brauchen Jahre bis Jahrzehnte von der Planung bis zur Inbetriebnahme.
Wind- und Solarenergie hingegen lassen sich schneller, günstiger und dezentral ausbauen. Sie sind der pragmatische Hebel für eine rasche Emissionsreduktion.
Wer sie ausklammert, nimmt bewusst in Kauf, dass die Energiewende scheitert.
Die Bürgerinnen und Bürger – Teil der Lösung?
Doch es gibt auch Hoffnung. Viele Menschen in Frankreich investieren längst selbst in erneuerbare Lösungen: Solarpanels auf dem Dach, kleine Windturbinen im Garten, Speicherlösungen im Keller.
Technologien wie:
- 10 kW TESUP Atlas Vertikal-Windkraftanlage
- DMEGC 500W Bifaziale Solarpanels
- SUNOLOGY PLAY2 – Plug & Play Solarkits
zeigen: Die Energiewende kann auch dezentral funktionieren. Nicht nur von oben verordnet – sondern von unten gelebt.
Doch wie lange noch, wenn die politischen Rahmenbedingungen nicht stimmen?
Frankreich steht an einem kritischen Punkt. Der Ausschluss von Wind und Solar aus der nationalen Energiestrategie ist nicht nur eine technische Entscheidung.
Er ist ein Signal.
Ein Signal, das die Branche verunsichert, Investoren abschreckt, Arbeitsplätze gefährdet – und das Land vom europäischen Klimakurs abbringt.
Will Frankreich wirklich auf die Gewinnertechnologien der Energiewende verzichten?
Oder ist es noch nicht zu spät für ein Umdenken?
Autor: C.H.
SEO-Keyphrase:
SEO-Tags: frankreich, energiewende, solarenergie, windkraft, atomkraft, erneuerbare energien, politik, wirtschaft, klimapolitik, umwelt, energiepolitik, nachrichten.fr, Nachrichten Frankreich, Gesetzgebung, Nationalversammlung,
Quellen: