Paris – 21.08.2026: Frankreichs Rüstungsindustrie hat 2025 zum zweiten Mal in Folge Auslandsaufträge im Wert von mehr als 20 Milliarden Euro erhalten. Nach Angaben des französischen Verteidigungsministeriums belief sich das Volumen auf rund 21 Milliarden Euro. Die Bilanz bestätigt die starke internationale Nachfrage nach französischen Kampfflugzeugen, Kriegsschiffen, Artillerie und Flugabwehrsystemen.
Den größten Einzelposten bildete der Verkauf von 26 Rafale-Marinekampfflugzeugen an Indien. Der im April 2025 geschlossene Vertrag umfasst neben den Maschinen auch Bewaffnung und logistische Leistungen. Dassault Aviation verbuchte im Verteidigungsgeschäft 2025 Bestellungen über 8,29 Milliarden Euro. Zum Jahresende meldete der Konzern einen konsolidierten Auftragsbestand von 46,6 Milliarden Euro; darin enthalten waren 220 noch auszuliefernde Rafale.
Das Exportgeschäft stützte sich allerdings auf eine breitere Produktpalette. Zu den größeren Verträgen gehörten zwei Scorpene-U-Boote für Indonesien, eine vierte Fregatte mittlerer Größe für Griechenland und Caracal-Transporthubschrauber für Marokko. Hinzu kamen Bestellungen für Caesar-Artilleriesysteme aus Slowenien und Kroatien, Scorpion-Fahrzeuge für Belgien und Luxemburg sowie Mistral-Flugabwehrraketen für mehrere europäische Staaten.
Die Auftragslage ist eng mit der europäischen Wiederaufrüstung verbunden. Russlands Krieg gegen die Ukraine, Zweifel an der Dauerhaftigkeit amerikanischer Sicherheitsgarantien und der gestiegene Bedarf an Luftverteidigung, Munition und konventionellen Waffensystemen treiben die Nachfrage. Für Frankreich haben die Exporte zugleich industriepolitischen Nutzen: Internationale Verträge verteilen Entwicklungskosten auf mehrere Abnehmer und tragen dazu bei, Produktionslinien und Fachwissen im Land zu erhalten.
Auch die französische Beschaffung erreichte 2025 einen Höchststand. Die Generaldirektion für Rüstung, kurz DGA, meldete Bestellungen von nahezu 38 Milliarden Euro zugunsten der eigenen Streitkräfte. Dazu zählten Programme für Raketen, Radaranlagen, geschützte Logistikfahrzeuge und die weitere Modernisierung des Rafale. Beschaffungen von mehr als zwei Milliarden Euro waren für europäische Partnerstaaten bestimmt.
Hohe Bestellwerte bedeuten jedoch nicht, dass das Material bereits ausgeliefert wurde. Bei Kampfflugzeugen, Schiffen und Flugabwehrsystemen liegen zwischen Vertragsabschluss und Übergabe oft mehrere Jahre. Ob die Unternehmen ihre Zusagen einhalten können, hängt von belastbaren Lieferketten, qualifizierten Arbeitskräften und ausreichenden Produktionskapazitäten ab. Das Ministerium drängt die Branche deshalb seit Längerem zu höheren Stückzahlen und kürzeren Fertigungszeiten.
Die französische Militärplanung bis 2030 sieht steigende Investitionen in nukleare Abschreckung, Aufklärung, Munition und Luftverteidigung vor. Während der Rafale das sichtbarste Exportprodukt bleibt, sichern Konzerne wie Naval Group, MBDA, KNDS, Thales und Safran die industrielle Breite des Sektors.
Quellen
- Franceinfo
- Ministerium der Streitkräfte und Veteranen Frankreichs
- Dassault Aviation
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).