Politik & Gesellschaft

Patrick Bruels Herbsttournee stößt auf scharfe Kritik

Trotz laufender Ermittlungen und einer weiteren Anzeige hält Patrick Bruel an seiner Jubiläumstournee ab Oktober fest. Die Entscheidung sorgt bei Teilen des Publikums für Protest.

Paris – 21.08.2026: Patrick Bruel will im Herbst wieder vor großem Publikum auftreten. Auf seiner offiziellen Konzertseite sind weiterhin 35 Termine der Jubiläumstournee "Alors regarde 35" angekündigt. Sie soll am 2. Oktober 2026 in Chartres beginnen und bis zum 21. November durch französische Städte sowie nach Brüssel und in die Nähe von Genf führen. Gegen diese Rückkehr auf die Bühne regt sich nun deutlicher Protest.

Der Sänger und Schauspieler steht seit Monaten im Zentrum mehrerer strafrechtlicher Verfahren wegen mutmaßlicher sexualisierter Gewalt. Am 10. Juni wurde er nach Angaben der französischen Justiz unter anderem wegen Vergewaltigung, versuchter Vergewaltigung, sexueller Nötigung und sexueller Belästigung unter gerichtliche Untersuchung gestellt. Die Vorwürfe betreffen mehrere Frauen und unterschiedliche, teils lange zurückliegende Zeiträume. Die Eröffnung eines solchen Verfahrens bedeutet keine Verurteilung; für Bruel gilt die Unschuldsvermutung.

Am 19. August wurde eine weitere Anzeige wegen versuchter Vergewaltigung bekannt. Die Anwältin der Frau bestätigte sie gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. Zu den konkreten Schilderungen der Anzeigenden äußerte sich die Staatsanwaltschaft zunächst nicht öffentlich. Ebenso war am Freitag unklar, ob der neue Vorwurf in die bereits laufenden Ermittlungen einbezogen wird.

Die Kritik richtet sich vor allem gegen die Entscheidung, eine vollständige Hallentournee aufrechtzuerhalten. Bereits im Frühjahr waren Bruels geplante Festivalauftritte zwischen Juni und September abgesagt worden. Seine Produktion hatte dies mit dem Wunsch begründet, die Lage zu beruhigen. Die Konzerte im Oktober und November blieben dagegen im Kalender. Wer bereits eine Karte besitzt, muss sich nun zwischen Konzertbesuch, Rückgabe und öffentlichem Protest entscheiden.

Die Tournee erinnert an das 1990 veröffentlichte Album "Alors regarde", das Bruels musikalischen Durchbruch festigte. Hinter den Konzerten steht seine Produktionsfirma 14 Productions. Die Absage einer langen Tournee hätte erhebliche organisatorische und wirtschaftliche Folgen. Zugleich sehen sich Hallenbetreiber und örtliche Veranstalter mit der Frage konfrontiert, wie sie auf schwerwiegende, strafrechtlich aber ungeklärte Vorwürfe reagieren.

Bruel hat die Anschuldigungen über seine Verteidigung wiederholt zurückgewiesen und erklärt, weder Gewalt noch Zwang ausgeübt zu haben. Ermittler und Untersuchungsrichter müssen die Aussagen, mögliche Belege und zeitlichen Abläufe für jeden Vorwurf gesondert prüfen. Die Zahl öffentlich bekannter Anzeigen ersetzt dabei weder die gerichtliche Prüfung noch ein Urteil.

Am 21. August waren die Herbsttermine weiterhin online, darunter Auftritte am 8. Oktober in Paris, am 30. Oktober in Marseille und am 19. November in Lyon. Die Tournee bleibt damit angekündigt, während die strafrechtlichen Untersuchungen fortgeführt werden.

Quellen

  • Franceinfo
  • AFP via Boursorama
  • Offizielle Website von Patrick Bruel
  • Le Monde
  • Le Parisien

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).