Politik & Gesellschaft

Frankreichs Schüler und Studierende rufen zu Protesten auf

Für Dienstag, den 6. Oktober 2026, sind in Frankreich Demonstrationen, Streiks und örtliche Blockaden angekündigt. Die Organisationen fordern mehr Personal, bessere Schulgebäude und eine Reform des Zulassungsverfahrens Parcoursup.

Paris – 05.10.2026: Schüler- und Studierendenorganisationen haben für Dienstag, den 6. Oktober, zu einem landesweiten Aktionstag aufgerufen. Geplant sind Demonstrationen, Versammlungen und örtliche Blockaden vor weiterführenden Schulen und Hochschulen. Es ist der dritte größere Mobilisierungstag einer Bewegung, die am 21. September in der Region Paris begann und sich seither auf zahlreiche Schulbezirke ausgeweitet hat.

Die Forderungen betreffen vor allem die Ausstattung des öffentlichen Bildungswesens. Die Jugendlichen kritisieren fehlende Lehrkräfte, nicht ersetzte Ausfälle, große Klassen und überlastete Stundenpläne. Hinzu kommen Klagen über sanierungsbedürftige Gebäude und einen unzureichenden Schutz vor hohen Temperaturen. Die Organisationen verlangen zusätzliche Stellen für Lehrkräfte sowie für Beschäftigte in Verwaltung, Sozialarbeit und Gesundheitsdiensten. Auch in die Ausstattung und Instandhaltung der Einrichtungen müsse mehr investiert werden.

Ein weiterer Streitpunkt ist Parcoursup, das nationale Bewerbungsverfahren für Studienplätze. Schülervertretungen und Studierendenverbände sehen darin eine erhebliche Quelle von Leistungs- und Entscheidungsdruck. Sie fordern die Abschaffung oder eine grundlegende Reform des Systems. Da die Plattform die Zulassung zu zahlreichen Studiengängen nach dem Abitur organisiert, betrifft sie einen großen Teil der Abschlussjahrgänge unmittelbar.

Mehrere Gewerkschaften aus dem Bildungsbereich unterstützen den Aktionstag. SNES-FSU, SNUEP-FSU und SNEP-FSU riefen Beschäftigte dazu auf, am 6. Oktober die Arbeit niederzulegen. Auch der Elternverband FCPE stellte sich hinter die Demonstrationen. Die ursprünglich von Jugendlichen getragene Bewegung erhält damit Rückhalt aus Teilen der Lehrerschaft und der organisierten Elternvertretung.

Am Montag waren nach Angaben des Bildungsministeriums zwischen 400 und 500 weiterführende Schulen im Land ganz oder teilweise geschlossen. Frankreich zählt rund 3.700 Lycées. Die Zahl erfasst Störungen des Unterrichtsbetriebs, erlaubt aber noch keinen verlässlichen Schluss auf die Beteiligung am Dienstag. Welche Schulen und Hochschulen betroffen sein werden, hängt von den örtlichen Aufrufen und Entscheidungen ab.

Ein Gespräch zwischen Bildungsminister Édouard Geffray und Vertretern der Schülerorganisationen am Freitag, den 2. Oktober, brachte nach Darstellung der Mobilisierungsgruppen keine Einigung. Sie bemängelten, dass konkrete Zusagen ausgeblieben seien. Das Ministerium hatte zuvor eine Onlineplattform angekündigt, über die Schülerinnen und Schüler ihre Anliegen übermitteln können. Die Verbände halten dieses Angebot angesichts ihrer Forderungen für unzureichend.

Wie viele Menschen demonstrieren und wie stark der Unterricht ausfällt, lässt sich vor Beginn der Aktionen nicht beziffern. Bereits die Schulschließungen vom Montag belegen jedoch, dass die Proteste einen beträchtlichen Teil des französischen Bildungswesens erreicht haben.

Quellen

  • Franceinfo
  • Le Monde
  • FCPE
  • SNES-FSU
  • FNEC FP-FO
  • Parcoursup

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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