Paris – 30.09.2026: Rund 206.000 Menschen haben am Dienstag nach Angaben des Innenministeriums in Frankreich für höhere Gehälter und eine bessere Ausstattung des öffentlichen Dienstes demonstriert. Die Confédération générale du travail bezifferte die Beteiligung dagegen auf mehr als 300.000. Zu dem Aktionstag kamen Beschäftigte des Staatsdienstes, der Kommunen und Krankenhäuser sowie zahlreiche Feuerwehrleute zusammen.
Alle acht repräsentativen Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes hatten zu Streiks und Kundgebungen aufgerufen. Anlass war die angekündigte Fortsetzung des Lohnstopps im Jahr 2027: Die Regierung will den sogenannten Indexpunkt, an dem sich die Grundgehälter vieler Staatsbediensteter orientieren, abermals nicht allgemein anheben. Die Gewerkschaften verlangen einen Ausgleich für den Kaufkraftverlust, den sie auf gestiegene Preise und unzureichende frühere Lohnanpassungen zurückführen.
In Paris zählte die Polizeipräfektur 30.000 Demonstrierende, darunter 8.000 Feuerwehrleute. Die CGT sprach in der Hauptstadt von 70.000 Teilnehmern. Zwei Züge bewegten sich zur Place de la Nation; die Feuerwehrleute starteten an der Place d'Italie. Unterschiedliche Angaben von Behörden und Veranstaltern sind bei französischen Großdemonstrationen üblich.
Die starke Präsenz der Feuerwehr hatte einen eigenen Grund. Ihre Gewerkschaften verbanden die Lohnforderungen mit Kritik an den Kapazitäten des Zivilschutzes. Nach einem Sommer mit wiederholten Hitzewellen, Trockenheit und großen Waldbränden verlangen sie zusätzliches Personal, mehr Material und modernisierte Strukturen. Vertreter der Feuerwehrgewerkschaften wurden am Nachmittag von Innenminister Laurent Nuñez empfangen.
Nach Angaben des zuständigen Ministeriums legten 10,61 Prozent der Staatsbediensteten die Arbeit nieder. Im Finanzministerium betrug die Quote demnach 13,63 Prozent, im Bildungsressort 12,56 Prozent. Unter den Lehrkräften beteiligten sich laut Regierung 13,71 Prozent. Für die kommunalen Verwaltungen und die Krankenhäuser lagen zunächst keine unmittelbar vergleichbaren Gesamtwerte vor.
Der Protest fand unmittelbar vor der für den 1. Oktober vorgesehenen Vorstellung des Haushaltsentwurfs 2027 statt. Er legt den finanziellen Rahmen für Stellen, Gehälter und die Ausstattung öffentlicher Dienste fest. Neben einer Anhebung des Indexpunkts fordern die Gewerkschaften die Wiedereinführung der individuellen Kaufkraftgarantie, die Einkommensverluste bei schwacher Gehaltsentwicklung teilweise ausgleichen soll.
Der gemeinsame Aufruf aller acht Gewerkschaften verleiht den Forderungen besonderes Gewicht. Konkrete Zusagen zu einer allgemeinen Gehaltserhöhung wurden nach den Demonstrationen nicht bekannt. Die CGT forderte die Regierung auf, den Haushaltsentwurf vor seiner Vorstellung grundlegend zu überarbeiten.
Quellen
- Le Monde
- AFP via Boursorama
- CGT État
- Ministerium für den öffentlichen Dienst
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).