Wirtschaft

Frankreichs Stromnetz bewährt sich im Hitzesommer

Hitze und Trockenheit erhöhten im Sommer 2026 den Stromverbrauch und begrenzten zeitweise die Erzeugung. Nach einer aktuellen Analyse des Netzbetreibers RTE blieb Frankreichs Versorgung dennoch gesichert.

Paris – 21.09.2026: Frühe und lang anhaltende Hitzewellen sowie die Trockenheit haben Frankreichs Stromsystem im Sommer 2026 erheblich belastet. Zu Versorgungsengpässen kam es nach der am Montag veröffentlichten Sommeranalyse des Netzbetreibers RTE jedoch nicht. Eine gemessen an der Nachfrage hohe verfügbare CO₂-arme Erzeugungsleistung habe die Folgen für Produktion und Verbrauch abgefedert.

Wegen der Hitze und des höheren Kühlbedarfs stieg der Stromverbrauch im Juni und Juli gegenüber den Vorjahresmonaten jeweils um vier bis fünf Prozent. Die höchste Last des Sommers betrug rund 60 Gigawatt. Sie lag damit auf einem ähnlichen Niveau wie 2019, aber deutlich unter der Winterspitze von rund 90 Gigawatt im Januar 2026. RTE beobachtete zudem ausgeprägtere Verbrauchsspitzen am frühen Abend, wenn Klimageräte die in Wohnungen gespeicherte Tageswärme senken sollen.

Besonders betroffen waren die Atomkraftwerke. Zwischen Juni und August erzeugten sie mit 83,7 Terawattstunden zwar nahezu so viel Strom wie in den beiden Vorjahren. Hohe Temperaturen, niedrige Flusspegel und Umweltauflagen begrenzten die Produktion jedoch zeitweise. Am 17. August waren laut RTE gleichzeitig 15 Reaktoren an acht Standorten teilweise oder vollständig nicht verfügbar. Die Einschränkungen summierten sich auf 13,4 Gigawatt.

Auch die Wasserkraft litt unter der Dürre. Ihre Sommerproduktion sank auf 10,8 Terawattstunden und damit auf den zweitniedrigsten Wert seit 50 Jahren. Ende August lagen die Wasserreserven mit 2,1 Terawattstunden so niedrig wie zu diesem Zeitpunkt seit 2015 nicht mehr. Ein unmittelbares Versorgungsrisiko für den Winter leitet RTE daraus nicht ab. Wind- und Solaranlagen lieferten zugleich mehr Strom als im Vorjahr; die Solarproduktion erreichte 15,1 Terawattstunden.

Der Einsatz fossiler Kraftwerke nahm ebenfalls zu. Ihre Produktion stieg von 2,6 Terawattstunden im Sommer 2025 auf 4,1 Terawattstunden. Mehr als 90 Prozent davon entfielen auf Gas, Kohlekraft spielte kaum eine Rolle. Frankreich blieb zwischen Juni und August mit einem Ausfuhrsaldo von 23,7 Terawattstunden ein bedeutender Stromexporteur. Lediglich während neun Viertelstunden wurde netto Strom importiert, nach Angaben von RTE aus wirtschaftlichen Gründen und trotz verfügbarer inländischer Reserven.

Das Übertragungsnetz blieb weitgehend stabil. RTE überwachte ältere und besonders hitzeempfindliche Leitungen verstärkt, sobald die Temperaturen 35 Grad überschritten. Ein Defekt in einem Umspannwerk nördlich von Quimper am 23. Juni blieb ein Ausnahmefall. Wegen Waldbränden in der Gironde und weiteren südfranzösischen Départements wurden einzelne Leitungen vorsorglich abgeschaltet, ohne dass die Stromversorgung unterbrochen wurde.

RTE will die Erfahrungen des Sommers in seine Klimamodelle und Belastungstests einarbeiten. Der Anpassungsplan für das Übertragungsnetz sieht bis 2040 Investitionen von rund 24 Milliarden Euro vor, darunter höhere Masten und widerstandsfähigere Leiterseile.

Quellen

  • RTE: Erste Analysen zum Betrieb des Stromsystems im Sommer 2026
  • RTE: Bilanz zum ersten Halbjahr 2026 und Versorgungsausblick
  • Franceinfo: Bericht zur Sommeranalyse von RTE

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

Ende des Artikels