Gesundheit

Frauen warten bei Herzinfarkt 30 Minuten länger auf medizinische Hilfe

Frauen mit Herzinfarkt werden in Frankreich im Durchschnitt später versorgt als Männer. Fachleute fordern mehr Aufklärung und eine Medizin, die geschlechtsspezifische Unterschiede stärker berücksichtigt.

Paris – 11.10.2026: Bei einem Herzinfarkt zählt jede Minute. Dennoch erhalten Frauen in Frankreich nach Angaben der Nationalen Medizinischen Akademie im Durchschnitt rund 30 Minuten später medizinische Hilfe als Männer. Eine am Sonntag veröffentlichte Chronik von Franceinfo greift diese Differenz auf und beschreibt eine Versorgungslücke, die von der Wahrnehmung erster Symptome bis zur Rehabilitation reicht.

Die Verzögerung betrifft vor allem die Zeit zwischen dem Einsetzen der Beschwerden und dem ersten medizinischen Kontakt. Viele Betroffene und ihr Umfeld verbinden einen Herzinfarkt weiterhin mit Männern und einem plötzlich einsetzenden, heftigen Brustschmerz. Bei Frauen können die Beschwerden weniger eindeutig erscheinen, etwa als Atemnot, ungewöhnliche Erschöpfung, Übelkeit oder als Schmerzen im Rücken, Kiefer oder Oberbauch. Das kann dazu führen, dass die Gefahr später erkannt wird.

Der zugrunde liegende Bericht der Medizinischen Akademie wurde am 14. Januar 2025 verabschiedet. Er nennt mehrere Ursachen für den Rückstand: Frauen alarmieren demnach später den Rettungsdienst, zugleich werden ihre Symptome in der Notfallversorgung mitunter verzögert als Anzeichen eines Herzinfarkts eingeordnet. Auch nach der Akutbehandlung stellt die Akademie Unterschiede bei der medikamentösen Versorgung und beim Zugang zur kardiologischen Rehabilitation fest. Sie warnt vor einer erhöhten Sterblichkeit, die durch solche Ungleichheiten mitbedingt sein könne.

Die vom Bericht ausgewerteten französischen Register weisen deutliche Unterschiede aus. Demnach lag die Krankenhaussterblichkeit von Frauen mit Herzinfarkt bei 9,6 Prozent, jene der Männer bei 3,9 Prozent. In den Vergleich fließen allerdings weitere Faktoren ein, darunter Alter, Begleiterkrankungen und unterschiedliche Krankheitsverläufe. Die Zahlen erlauben deshalb keine Bewertung einzelner Behandlungen, liefern aber Anhaltspunkte für strukturelle Defizite.

Auch die französische Krankenversicherung Assurance Maladie hat das Thema zuletzt hervorgehoben. Ihren Angaben zufolge starben 2023 in Frankreich 72.078 Frauen an Herz-Kreislauf-Erkrankungen, nahezu 200 pro Tag. Die Behörde weist darauf hin, dass die Risiken für Frauen lange unterschätzt worden seien. Besondere Aufmerksamkeit verlangten unter anderem Rauchen, Bluthochdruck, Diabetes sowie bestimmte Komplikationen während einer Schwangerschaft.

Die Medizinische Akademie empfiehlt gezielte Fortbildungen für Beschäftigte in Notaufnahmen, Rettungsdiensten und der Kardiologie. Behandlungsabläufe sollten geschlechtsspezifische Besonderheiten stärker berücksichtigen; außerdem müsse der Zugang zur Rehabilitation verbessert werden. In der Bevölkerung brauche es mehr Wissen über Warnzeichen und Risikofaktoren.

Bei plötzlich auftretenden Beschwerden, die auf einen Herzinfarkt hindeuten, empfehlen französische Gesundheitsstellen, unverzüglich die Notrufnummer 15 zu wählen. Betroffene sollten weder selbst in die Notaufnahme fahren noch zunächst eine Arztpraxis aufsuchen.

Quellen

  • Franceinfo-Chronik vom 11. Oktober 2026
  • Nationale Medizinische Akademie: Bericht zur Herzinfarktversorgung von Frauen
  • Assurance Maladie: Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Frauen

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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