Wirtschaft

Für ein Pariser Studio braucht es laut Bien’ici zwei Mindestlöhne

Kleine Mietwohnungen bleiben in Paris knapp. Nach Berechnungen der Immobilienplattform Bien'ici benötigen Bewerber für ein Studio inzwischen ein Einkommen von mindestens zwei Netto-Mindestlöhnen.

Paris – 11.09.2026: Wer in Paris ein Studio mieten will, braucht nach Berechnungen der Immobilienplattform Bien'ici ein Einkommen von mindestens zwei gesetzlichen Netto-Mindestlöhnen. Das sagte Bien'ici-Präsident David Benbassat am Freitag dem Sender Franceinfo. Gerade zum Beginn des Studien- und Arbeitsjahres verschärft die hohe Nachfrage den Wettbewerb um kleine Wohnungen.

Nach Daten des Bien'ici-Observatoriums lag die mittlere Monatsmiete für ein Studio in Paris im ersten Halbjahr 2026 bei rund 1.100 Euro. Der gesetzliche Netto-Mindestlohn beträgt seit dem 1. Juni monatlich 1.477,93 Euro. Viele Vermieter und Vermittler verlangen ein Einkommen in Höhe des Dreifachen der Miete. Wer allein den Mindestlohn verdient, erfüllt dieses häufig angewandte Auswahlkriterium daher nicht.

Dabei handelt es sich nicht um eine gesetzliche Einkommensgrenze. Die Rechnung beschreibt vielmehr die Bedingungen, unter denen Bewerber auf dem angespannten Pariser Wohnungsmarkt überhaupt Aussicht auf einen Mietvertrag haben. Neben dem laufenden Einkommen können Vermieter weitere Sicherheiten wie eine Bürgschaft verlangen. Besonders Studierende, Berufseinsteiger und Alleinlebende geraten dadurch unter Druck, obwohl sie auf kleine Wohnungen angewiesen sind.

Frankreichweit stieg die Zahl der angebotenen Mietwohnungen laut Bien'ici im ersten Halbjahr zwar um 12,5 Prozent. Die leichte Erholung beendet die Knappheit bei Studios und Zwei-Zimmer-Wohnungen jedoch nicht. Sie folgt auf mehrere Jahre, in denen das Angebot deutlich zurückging. Zugleich erschweren hohe Finanzierungskosten und die schwache Neubautätigkeit nach Einschätzung des Unternehmens eine rasche Entspannung.

Bei Studios hat sich die Marktstruktur besonders stark verschoben. Erstmals wurde im untersuchten Zeitraum die Mehrheit der neu inserierten Einheiten zum Verkauf und nicht zur Miete angeboten. Nur noch 47 Prozent der verfügbaren Studios entfielen auf Mietangebote; 2019 waren es 73 Prozent. Wohnungssuchenden fehlen damit gerade jene Objekte, die wegen ihrer geringen Fläche meist die niedrigsten Gesamtmieten haben.

Paris bleibt ein besonders angespannter Teil dieses Marktes. Nach Angaben von Bien'ici lag das Mietangebot in der Hauptstadt trotz der jüngsten Belebung noch rund 25 Prozent unter dem Stand von 2019. In der gesamten Region Île-de-France betrug der Rückstand demnach 45 Prozent.

Für Bewerber entsteht so eine doppelte Hürde: Sie müssen in kurzer Zeit eine freie Wohnung finden und zugleich die finanziellen Anforderungen des Vermieters erfüllen. Ein höheres Gesamtangebot hilft ihnen nur begrenzt, solange gerade kleine und vergleichsweise erschwingliche Wohnungen fehlen. Nach den Daten von Bien'ici stehen in Paris weiterhin deutlich weniger Mietobjekte zur Verfügung als vor sieben Jahren.

Quellen

  • Franceinfo
  • Bien'ici-Observatorium

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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