Lyon – 10.10.2026: Gabriel Attal hat bei einer Kundgebung in Lyon gezielt um junge Wähler geworben. Der Präsidentschaftskandidat der Partei Renaissance sprach im Amphithéâtre 3000 vor rund 2.000 Anhängern über Schule, Bildung und politische Teilhabe. Der seit Wochen geplante Auftritt erhielt durch die landesweiten Schülerproteste zusätzliche politische Brisanz.
Attal sagte, er wolle ein Präsident sein, der mit jungen Menschen spreche, weil er ihre Lage verstehe. Das Versprechen eines Dialogs verband der frühere Premierminister mit Forderungen nach Regeln und öffentlicher Ordnung. Er kündigte einen neuen Pakt für die Jugend an, der Rechte und Pflichten miteinander verknüpfen solle. Vollständig ausgearbeitete Gesetzesvorhaben legte er bei der Kundgebung jedoch nicht vor.
Der Auftritt war der erste regionale Großtermin seiner Kampagne für die Präsidentschaftswahl 2027. Der 37-Jährige versucht, sich im politischen Zentrum als eigenständiger Bewerber zu profilieren. Sein Wahlkampf hat bislang nur begrenzte Dynamik entwickelt. Zugleich konkurriert Attal mit Édouard Philippe und weiteren möglichen Kandidaten aus dem zersplitterten Mitte-Lager.
Seit Ende September prägen Proteste von Schülerinnen, Schülern und Studierenden die bildungspolitische Debatte. Sie richten sich gegen mangelnde Mittel für Schulen, den Lehrkräftemangel, den Zustand vieler Gebäude und die Studienplatzvergabe über die Plattform Parcoursup. Das Bildungsministerium teilte am 6. Oktober mit, die Regierung arbeite an fünf Vorhaben. Erste Entscheidungen sollen bis Ende Oktober fallen.
Attal griff in Lyon Vorschläge auf, die er bereits zu Wochenbeginn im Gespräch mit Jugendlichen vertreten hatte. Dazu zählen eine verlässlichere Vertretung abwesender Lehrkräfte, ein attraktiverer Lehrerberuf und Änderungen bei der Berufsorientierung. Außerdem befürwortet er einen nach Leistungsniveau differenzierten Unterricht in der achten und neunten Klasse, Modellversuche mit späterem Unterrichtsbeginn sowie verbindlichere Anforderungen beim Übergang an weiterführende Schulen.
Politisch grenzte sich Attal von Jean-Luc Mélenchon und dessen Partei La France insoumise ab. Er wirft der linken Bewegung vor, die Schülerproteste für eigene Zwecke zu nutzen. Mélenchon wiederum macht Attal wegen dessen früherer politischen Verantwortung für Parcoursup für einen Teil des Unmuts mitverantwortlich. So verbindet sich der Streit über Schulen mit dem Wettbewerb um eine Wählergruppe, deren Zustimmung im ersten Wahlgang 2027 umkämpft sein dürfte.
Attal kann dabei auf seine Erfahrung als früherer Bildungsminister und Regierungschef verweisen. Zugleich muss er sich gegen den Vorwurf behaupten, Renaissance stehe vor allem für die Bilanz der Macron-Jahre. Die Regierung hat erste Antworten auf die Forderungen der Schülerinnen und Schüler noch für Oktober angekündigt.
Quellen
- Franceinfo
- Le Monde
- Renaissance
- Französisches Bildungsministerium
- TF1 Info
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).