Wirtschaft

Gefälschte Wohnungsanzeigen bringen Studierende um Geld

Zum Beginn des Studienjahres häufen sich in Frankreich gefälschte Mietangebote. Betrüger nutzen die angespannte Wohnungssuche, um Geld und persönliche Unterlagen zu erbeuten.

Paris – 14.09.2026: Zum Beginn des Studienjahres geraten Wohnungssuchende in Frankreich verstärkt an gefälschte Mietangebote. Ein am 13. September veröffentlichter Bericht von Franceinfo schildert, wie vor allem Studierende bei der Suche nach bezahlbarem Wohnraum auf Anzeigen stoßen, deren Fotos oder Angaben nicht mit der angebotenen Wohnung übereinstimmen. Betrüger nutzen den Zeitdruck auf dem angespannten Mietmarkt gezielt aus.

Das Muster ist der staatlichen Plattform Cybermalveillance.gouv.fr seit Längerem bekannt: Täter geben sich als Eigentümer oder Vermieter aus und veröffentlichen glaubwürdig wirkende Inserate auf Immobilien- und Kleinanzeigenportalen. Interessenten sollen anschließend einen Bewerbungsordner mit Ausweiskopie, Einkommensnachweisen und weiteren persönlichen Dokumenten übersenden. Diese Unterlagen können für Identitätsdiebstahl oder weitere Betrugsversuche missbraucht werden.

Oft zielt die Täuschung zugleich auf unmittelbare Zahlungen. Die angeblichen Vermieter verlangen eine Kaution, eine Reservierungsgebühr oder bereits die erste Monatsmiete, bevor eine reguläre Besichtigung stattgefunden hat und ein überprüfbarer Mietvertrag vorliegt. Als Begründung führen sie häufig an, weit entfernt zu wohnen oder ausschließlich mit ernsthaften Interessenten verhandeln zu wollen. Der künstlich erzeugte Zeitdruck soll kritische Nachfragen verhindern.

Ein klares Warnsignal sind Forderungen nach ungewöhnlichen Zahlungswegen. Cybermalveillance.gouv.fr nennt Guthabenkarten, Bargeldtransferdienste und Überweisungen auf Konten, die sich keinem Vermieter nachvollziehbar zuordnen lassen. Auch eine auffällig niedrige Miete, widersprüchliche Angaben, wechselnde Ansprechpartner oder die Weigerung, eine Wohnung persönlich zu zeigen, sollten misstrauisch machen.

Manche Täter gehen über Anzeigen mit gestohlenen Bildern hinaus. Nach Angaben der Plattform werden vereinzelt sogar Besichtigungen organisiert, obwohl die Person vor Ort nicht berechtigt ist, die Immobilie zu vermieten. Opfer zahlen dann Kaution und erste Miete in bar, erhalten einen wertlosen Vertrag oder unbrauchbare Schlüssel und können den angeblichen Vermieter danach nicht mehr erreichen.

Interessenten sollten deshalb vor Vertragsabschluss prüfen, ob Wohnung, Anschrift und Ansprechpartner zusammenpassen. Eine Rückwärtssuche nach den verwendeten Bildern kann zeigen, ob Fotos aus anderen Inseraten stammen. Dokumentenkopien sollten nur für ein konkretes Mietgesuch übermittelt und mit einem entsprechenden Vermerk versehen werden. Vor einer Besichtigung oder ohne nachvollziehbaren Vertrag sollte kein Geld fließen.

Wer bereits gezahlt hat, sollte umgehend seine Bank kontaktieren und Anzeige erstatten. Verdächtige Online-Inhalte können in Frankreich über die staatliche Plattform Pharos gemeldet werden. Für Ermittlungen sollten Betroffene die ursprüngliche Anzeige, Nachrichten, Kontaktdaten, Verträge und sämtliche Zahlungsbelege sichern.

Quellen

  • Franceinfo
  • Cybermalveillance.gouv.fr

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).