Politik & Gesellschaft

Gelbwesten melden Demonstration in Paris für Samstag an

Die Gelbwesten wollen am 24. Oktober von der Bastille zur Opéra ziehen. Premierminister Sébastien Lecornu berät mit Gewerkschaften über den Schutz der Demonstrationen und die Forderungen junger Protestierender.

Paris – 21.10.2026: Die Koordination der Gelbwesten hat bei der Pariser Polizeipräfektur eine Demonstration für Samstag, den 24. Oktober, angemeldet. Nach Angaben ihres Vertreters Benjamin Ball soll der Zug an der Place de la Bastille beginnen und zur Opéra führen. Die Kundgebung würde an die landesweite Mobilisierung vom 17. Oktober gegen hohe Lebenshaltungskosten anknüpfen, bei der es in mehreren Städten zu schweren Ausschreitungen kam.

Eine solche Anmeldung ist keine behördliche Genehmigung. Sie eröffnet Gespräche über Route, Auflagen und Sicherheitsvorkehrungen. Politische Versammlungen im öffentlichen Raum müssen in Frankreich grundsätzlich vorab bei der zuständigen Präfektur oder Gemeinde angezeigt werden. Sehen die Behörden konkrete Gefahren für die öffentliche Ordnung, können sie einen Zug untersagen oder seinen Verlauf beschränken. Ob die geplante Strecke durch das Zentrum von Paris unverändert bestehen bleibt, war zunächst offen.

Neben den Gelbwesten wollen nach Balls Darstellung auch die Pariser Gliederung der Gewerkschaft Confédération générale du travail und die Studierendenorganisation Union étudiante zur Bastille mobilisieren. Mehrere große Studierendenverbände hatten bereits am Montag zu neuen Protesten am 24. Oktober aufgerufen. Sie verlangen bessere Studienbedingungen und verweisen vor allem auf hohe Wohnkosten, unzureichende finanzielle Hilfen, die Hochschulgastronomie und Hürden beim Zugang zum Studium.

Premierminister Sébastien Lecornu empfängt an diesem Mittwoch Gewerkschaftsorganisationen in seinem Amtssitz Matignon. Nach seinen Angaben vor der Nationalversammlung soll es um den Schutz der Demonstrationsfreiheit und um Konsequenzen aus den Vorfällen vom 17. Oktober gehen. Lecornu kündigte für Samstag ein umfangreiches Polizeiaufgebot an. Die Regierung will mit den Verbänden zudem über Kaufkraft, Haushaltsfragen und mögliche Maßnahmen gegen hohe Treibstoffpreise sprechen.

Vertretungen der Schülerinnen und Schüler sind zu dem Treffen nicht eingeladen. Die Confédération générale du travail kritisierte dies, weil deren Anliegen dennoch Gegenstand der Beratungen sein sollen. Seit Wochen fordern Jugendliche mehr Lehrkräfte, bessere Schulgebäude und Änderungen an den Stundenplänen. Studierende haben diese Forderungen um soziale und hochschulpolitische Anliegen erweitert. Damit könnten am Samstag Gruppen mit unterschiedlichen Zielen gemeinsam auf die Straße gehen.

Lecornu will am Donnerstag außerdem Vertreter der politischen Parteien empfangen, um über die Sicherheit im bevorstehenden Präsidentschaftswahlkampf zu beraten. Zuvor müssen die Pariser Behörden die Strecke des angemeldeten Demonstrationszugs bewerten. Eine abgestimmte Route soll die Einsatzplanung und Verkehrslenkung erleichtern sowie friedliche Teilnehmer besser vor möglichen Gewalttaten schützen.

Quellen

  • Franceinfo
  • Assemblée nationale
  • Europe 1 mit AFP
  • Le Monde
  • Sud Radio mit AFP

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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