Cherson – 04.08.2026: Ein 52 Jahre alter Gemüseverkäufer ist in der südukrainischen Stadt Cherson nach ukrainischen Angaben durch eine Drohne verletzt worden. Veröffentlichtes Bildmaterial zeigt einen Mann, der auf einer Straße vor einem niedrig fliegenden unbemannten Fluggerät davonläuft. Kurz darauf explodiert die Drohne wenige Meter von ihm entfernt. Der Mann überlebte den Angriff.
Nach Angaben der ukrainischen Polizei erlitt er eine Explosionsverletzung, eine Gehirnerschütterung und Splitterwunden. Er werde medizinisch behandelt. Der Vorfall soll sich am Morgen im Stadtviertel Tawrijskyj ereignet haben. Der genaue Ablauf und die russische Herkunft der Drohne ließen sich zunächst nicht unabhängig bestätigen.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bezeichnete den Vorfall als Teil einer gezielten Jagd auf Zivilisten im Gebiet Cherson. Russland äußerte sich zunächst nicht zu dem konkreten Angriff. Moskau weist den Vorwurf, seine Streitkräfte griffen vorsätzlich Zivilisten an, regelmäßig zurück. Die Verantwortlichkeit für einzelne Attacken lässt sich in unmittelbarer Frontnähe häufig nur schwer unabhängig ermitteln.
Cherson liegt am westlichen Ufer des Dnipro. Seit der Rückeroberung durch die ukrainische Armee im November 2022 wird die Stadt immer wieder mit Artillerie, Raketen und Drohnen angegriffen. Russische Truppen kontrollieren Gebiete am gegenüberliegenden östlichen Flussufer sowie weitere Teile der Region. Wegen der geringen Entfernung können kleine Drohnen ihre Ziele binnen kurzer Zeit erreichen; Warnungen bieten den Bewohnern daher oft nur begrenzten Schutz.
Die UN-Menschenrechtsbeobachtungsmission in der Ukraine hat wiederholt zivile Opfer durch Kurzstreckendrohnen entlang der Front dokumentiert. Viele dieser Geräte übertragen ihren Bedienern Kamerabilder in Echtzeit. Nach Auffassung der Mission erlaubt diese Technik grundsätzlich, Menschen und Fahrzeuge vor einem Angriff genauer zu erkennen. Berichte über Attacken auf Fußgänger, private Autos, Rettungskräfte und Helfer nähren deshalb den Verdacht, dass in einzelnen Fällen bewusst zivile Ziele ausgewählt wurden.
Eine unabhängige Untersuchungskommission der Vereinten Nationen kam bereits bei früheren, dokumentierten Drohnenangriffen in Teilen der Südukraine zu dem Schluss, dass Verstöße gegen das humanitäre Völkerrecht und schwere internationale Verbrechen vorliegen können. Solche Bewertungen beziehen sich auf untersuchte Fallserien und ersetzen keine Prüfung des aktuellen Vorfalls.
Für die verbliebene Bevölkerung Chersons beeinträchtigen die Angriffe zunehmend den Alltag. Die UN-Menschenrechtsmission warnte Ende Juni 2026, Drohnen und Minen erschwerten in frontnahen Gebieten Evakuierungen sowie die Versorgung mit Lebensmitteln und Medikamenten. Der verletzte Verkäufer wurde nach Angaben ukrainischer Stellen in ärztliche Behandlung gebracht.
Quellen
- Franceinfo
- UN-Menschenrechtsbeobachtungsmission in der Ukraine
- Associated Press
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).