Montpellier – 10.10.2026: Die beiden aus dem Musée Renoir in Cagnes-sur-Mer gestohlenen Gemälde sind wieder aufgetaucht. Ermittler stellten die Werke am Freitag, 9. Oktober, nahe Montpellier sicher, wie Franceinfo berichtete. Es handelt sich um die Bilder "Madame Colonna Romano" und "Junge Frau am Brunnen" von Auguste Renoir. Offizielle Angaben zu ihrem Zustand lagen am Samstag zunächst nicht vor.
Der Einbruch in das Museum an der Côte d'Azur liegt gut einen Monat zurück. Am frühen Morgen des 8. September waren Täter auf das Gelände des früheren Wohnhauses Renoirs gelangt und hatten vier Gemälde aus einem Ausstellungsraum genommen. Zwei Werke ließen sie im Garten des Museums zurück. Mit dem Fund bei Montpellier befinden sich nun alle vier von dem Einbruch betroffenen Bilder wieder in der Obhut der Ermittler.
Das Museum in Cagnes-sur-Mer bewahrt einen Teil des künstlerischen Erbes Renoirs. Der Maler verbrachte seine letzten Lebensjahre in dem Haus auf dem Anwesen Les Collettes. Die vier betroffenen Bilder waren seit 1995 als Leihgaben des Musée d'Orsay in Paris dort ausgestellt. Der Diebstahl traf damit ein kommunales Museum, zugleich aber auch eine nationale Sammlung.
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft benötigten die Täter für den Einbruch weniger als drei Minuten. Sie überwanden einen Zaun, drangen durch ein Fenster in das Gebäude ein und lösten die Sicherungen an den Bilderrahmen. Die kurze Dauer der Tat und das gezielte Vorgehen hatten eine landesweite Fahndung ausgelöst. Das Kulturministerium verurteilte den Einbruch und verwies auf die Sicherheitsrisiken für Museen.
Im Zuge der Ermittlungen wurden sechs Menschen in Polizeigewahrsam genommen, meldete Franceinfo. Diese Maßnahme ist in Frankreich Teil eines laufenden Ermittlungsverfahrens und stellt noch keine Feststellung von Schuld dar. Namen, Alter und mögliche Rollen der Festgehaltenen wurden bislang nicht veröffentlicht. Untersucht wird der Verdacht eines organisierten Kunstdiebstahls.
An dem Verfahren sind nach Medienberichten die Kriminalpolizei im Département Alpes-Maritimes und das in Nanterre ansässige Zentralamt zur Bekämpfung des Handels mit Kulturgütern beteiligt. Für Montag, 12. Oktober, ist dort eine Pressekonferenz angekündigt. Die Behörden wollen über die laufenden Ermittlungen informieren.
Das Musée d'Orsay hatte nach dem Einbruch Strafanzeige erstattet und das Museum in Cagnes-sur-Mer unterstützt. Vor einer möglichen Rückkehr in die Ausstellung müssen Fachleute den Zustand der Gemälde prüfen. Ob die Bilder während des Diebstahls oder ihrer Lagerung Schäden erlitten haben und restauriert werden müssen, war am Samstag noch nicht bekannt.
Quellen
- Franceinfo
- Associated Press
- Französisches Kulturministerium
- RTL
- El País
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).