Umwelt

Gironde: Feuerwehr kämpft in fünfter Nacht gegen unberechenbaren Waldbrand

Westlich von Bordeaux bereiten sich rund 1.200 Feuerwehrleute auf eine weitere Nacht im Brandgebiet vor. Das Feuer ist weiterhin außer Kontrolle, Zehntausende Menschen können noch nicht zurückkehren.

Saint-Jean-d'Illac – 26.07.2026: Sobald die Sicht über den Kiefernwäldern der Gironde schwindet, beginnt für die Einsatzkräfte die schwierigste Phase. Löschflugzeuge bleiben nachts weitgehend am Boden. Feuerwehrleute versuchen dann, die Brandränder einzudämmen und Schneisen zu sichern. Der Großbrand westlich von Bordeaux ist auch am fünften Tag nicht unter Kontrolle.

Nach dem jüngsten Lagebericht der Präfektur hat das Feuer seit Mittwoch mindestens 42.000 Hektar erfasst. Die Bilanz blieb am Sonntagnachmittag zwar unverändert, dennoch breiteten sich die Flammen weiter aus. Rund 220.000 Menschen mussten in der Gironde vorsorglich ihre Häuser oder Ferienunterkünfte verlassen. Eine Rückkehr sei derzeit nicht möglich, erklärte Präfektin Sophie Brocas.

In Saint-Jean-d'Illac, etwa 18 Kilometer vom Zentrum Bordeaux' entfernt, versuchten einzelne Bewohner trotz der Evakuierung, ihre Grundstücke zu schützen. Ein Anwohner bewässerte mit einem Gartenschlauch die Straße vor seinem Haus, um das Vordringen der Flammen zu bremsen. Derartige Versuche zeugen von der Sorge um das eigene Zuhause, sind in dem weiterhin gefährlichen Gebiet jedoch mit erheblichen Risiken verbunden.

Etwa 1.200 Feuerwehrleute waren am Sonntag im Einsatz, darunter Verstärkungen der Pariser Feuerwehrbrigade und Kräfte aus anderen Départements. Spezialfahrzeuge dringen über Sandpisten in die Wälder vor; städtische Löschzüge sichern Zufahrten, Häuser und empfindliche Infrastruktur. Die Einsatzleitung muss ihre Einheiten fortlaufend verlegen, weil wechselnder Wind und Glutnester weitere Brandherde entfachen können.

Der Sprecher des Feuerwehrverbands, Oberstleutnant Éric Brocardi, schilderte eine Feuerfront, die sich ständig verschiebe. Eine besondere Gefahr bilden sogenannte Feuergewitter. Große Hitze, aufsteigende Rauchmassen und heftige Luftbewegungen erzeugen dabei eine eigene Wetterdynamik. Glühende Partikel können über weite Strecken getragen werden und hinter den bisherigen Linien neue Brände auslösen.

Die Schäden sind bereits schwer: Nach Angaben der Präfektur wurden 240 Wohnhäuser zerstört. Zivile Todesopfer waren zunächst nicht gemeldet worden. Mehr als 75 Feuerwehrleute erlitten Verletzungen; zehn von ihnen mussten abtransportiert und medizinisch versorgt werden. Mehrere Einrichtungen für pflegebedürftige Menschen wurden eilig geräumt. Auf dem Messegelände von Bordeaux richtete das Département eine Notunterkunft ein.

Auch wichtige Verkehrsachsen sind betroffen. Die Autobahn A63 zwischen Bordeaux und Spanien ist auf einem rund 60 Kilometer langen Abschnitt gesperrt, der Bahnverkehr südlich von Bordeaux unterbrochen. Für den 28. Juli werden im Südwesten erneut Temperaturen bis zu 40 Grad und trockenere Winde erwartet. Präsident Emmanuel Macron will am 27. Juli im Innenministerium eine ressortübergreifende Krisensitzung zu den Waldbränden in Frankreich leiten.

Quellen

  • AFP via Boursorama, 26.07.2026
  • Gendarmerie nationale, 23.07.2026
  • Franceinfo, 26.07.2026

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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