Wirtschaft

Gironde genehmigt große Lachszucht trotz Umweltbedenken

In Le Verdon-sur-Mer darf eine landgestützte Anlage jährlich bis zu 10.000 Tonnen Lachs erzeugen. Das Projekt soll Frankreichs Importabhängigkeit verringern, doch Wasserbedarf, Energieverbrauch und mögliche Folgen für das Gironde-Ästuar bleiben umstritten.

Le Verdon-sur-Mer – 05.08.2026: Der französische Staat hat den Bau einer großen Lachszucht in Le Verdon-sur-Mer im Norden des Départements Gironde genehmigt. Das von Saumon du Médoc und der Gruppe Pure Salmon getragene Vorhaben soll in einer landgestützten Kreislaufanlage jährlich bis zu 10.000 Tonnen Atlantiklachs erzeugen. Damit entstünde eine der größten Anlagen dieser Art in Frankreich. Der Standort liegt am Gironde-Ästuar gegenüber von Royan.

Der Entscheidung ging ein öffentliches Verfahren voraus, das vom 15. Dezember 2025 bis zum 19. Januar 2026 dauerte. Die Untersuchungskommission hatte dem Projekt im März grundsätzlich zugestimmt. Gegenstand der Prüfung waren vor allem die Umweltgenehmigung für die als Industrieanlage eingestufte Aquakultur, wasserrechtliche Fragen und die Baugenehmigung. Anschließend wurde das Vorhaben im zuständigen Umwelt- und Gesundheitsrat behandelt.

Wirtschaftlich zielt die Anlage auf eine beträchtliche Versorgungslücke. Frankreich importiert nach Angaben aus dem Genehmigungsverfahren rund 99 Prozent des dort verzehrten Lachses. Mit einem Pro-Kopf-Verbrauch von knapp vier Kilogramm im Jahr gehört der Fisch zu den gefragtesten Meeresprodukten. Frischware, Räucherlachs und verarbeitete Erzeugnisse haben den früher eher saisonalen Konsum längst in den Alltag des Lebensmittelhandels überführt.

Dazu trägt die Standardisierung des Angebots bei. Zuchtlachs ist ganzjährig in gleichbleibenden Mengen erhältlich, lässt sich filetiert oder geräuchert leicht vermarkten und gilt vielen Haushalten als unkomplizierte Proteinquelle. Die Europäische Marktbeobachtungsstelle für Fischerei und Aquakultur zählt Lachs neben Kabeljau, Alaska-Seelachs und Skipjack-Thunfisch zu den wichtigsten Fischarten des französischen Marktes.

Die Befürworter versprechen sich von dem Projekt kürzere Lieferketten und mehr heimische Wertschöpfung. Pure Salmon plant eine integrierte Produktion, die vom Ausbrüten der Fische bis zu ihrer Verarbeitung am Standort reicht. Die Kreislauftechnik soll einen großen Teil des eingesetzten Wassers wiederverwenden und die Zucht von offenen Netzgehegen im Meer unterscheiden.

Der technische Ansatz hat die Einwände jedoch nicht ausgeräumt. Umweltverbände, Wissenschaftler und Teile der örtlichen Opposition verweisen auf den Grundwasserbedarf, den Stromverbrauch sowie mögliche Nährstoff- und Abwassereinträge in ein ökologisch empfindliches Gebiet. Auch im Untersuchungsverfahren wurde die Belastbarkeit der Wasserbilanz angezweifelt. Die Genehmigung ist deshalb mit umwelt- und wasserrechtlichen Auflagen verbunden.

Das Vorhaben bündelt zwei gegensätzliche Ziele französischer Ernährungspolitik: Die Regierung will die Abhängigkeit von Fischimporten mindern, muss aber zugleich Gewässer, Küstenräume und Artenvielfalt schützen. Im Gironde-Becken gilt wegen des starken Rückgangs der Wildlachsbestände weiterhin ein Fangverbot.

Quellen

  • Franceinfo
  • Präfektur Gironde
  • Europäische Marktbeobachtungsstelle für Fischerei und Aquakultur
  • Senat

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

Ende des Artikels