Politik & Gesellschaft

Girondes Feuerwehrchef weist Vorwurf zurück, Le Porge im Großbrand preisgegeben zu haben

Nach dem verheerenden Waldbrand in der Gironde werfen Bewohner von Le Porge den Einsatzleitungen vor, ihre Gemeinde zugunsten der Halbinsel Cap Ferret vernachlässigt zu haben. Feuerwehrchef Marc Vermeulen widerspricht und verweist auf die akute…

Le Porge – 06.08.2026: Die Wut sitzt tief in Le Porge. Nach den Tagen des Großbrands in der Gironde berichten Einwohner von Angst, Evakuierungen und zerstörten Landschaften. Einige von ihnen sind überzeugt, ihre Gemeinde sei bei der Brandbekämpfung zugunsten der wohlhabenderen Halbinsel Cap Ferret zurückgestellt worden. Marc Vermeulen, Direktor des Feuerwehr- und Rettungsdienstes SDIS 33, weist diesen Vorwurf entschieden zurück.

"Man macht uns einen ungerechten Prozess", sagte Vermeulen dem Sender Franceinfo. Er bestreitet, dass Einsatzkräfte Le Porge aufgegeben hätten. Der Feuerwehrchef betont, dass sich noch Menschen im Ort befunden hätten, die bei einer weiteren Ausbreitung der Flammen hätten eingeschlossen werden können. Für die Einsatzleitung habe der Schutz von Menschenleben Vorrang gehabt, auch wenn Entscheidungen vor Ort für Betroffene schwer nachvollziehbar gewesen seien.

Der Brand war am 22. Juli nahe Saumos ausgebrochen und erfasste binnen weniger Tage ein weites Gebiet aus Kiefernwald und Siedlungen. Le Porge, Lège-Cap-Ferret und weitere Orte im Norden des Bassin d'Arcachon waren betroffen. Nach Angaben der Behörden wurden zahlreiche Bewohner vorsorglich in Sicherheit gebracht. Die Gendarmerie setzte mehrere hundert Kräfte, Hubschrauber, Drohnen und Boote ein, um Evakuierungen und Verkehrslenkung abzusichern.

Besonders umstritten ist ein Einsatzabschnitt am Abend des 23. Juli. Vermeulen erklärte, das Feuer habe damals erneut auf Le Porge zugedreht, während gleichzeitig im Ortsteil Lège ein plötzliches Wiederaufflammen Häuser und die Départementstraße D3 bedroht habe. Die Kräfte hätten deshalb in einem Gebiet mit mehreren gleichzeitigen Gefahrenlagen handeln müssen. Welche Befehle zu welchem Zeitpunkt gegeben wurden, soll nun rekonstruiert werden.

Die Präfektin der Gironde, Sophie Brocas, hat eine gründliche Auswertung unter Leitung der Präfektur angekündigt. Dazu sollen unter anderem Luftbilder aus der Zeit vor und nach dem Feuer ausgewertet werden; auch das Nationale Forstamt soll eingebunden werden. Die Prüfung soll klären, ob einzelne Entscheidungen anders hätten getroffen werden können. Einen bestätigten Vorwurf gegen Feuerwehr oder Behörden gibt es bislang nicht.

Vermeulen räumte ein, dass Menschen in Le Porge Erschütterndes erlebt hätten und der Verlust eines Hauses ein Lebenswerk treffen könne. Zugleich wandte er sich gegen die Darstellung, sämtliche Mittel seien aus den brennenden Orten zur Verteidigung von Bordeaux abgezogen worden. Die bereits eingesetzten Kräfte seien nach seiner Darstellung vor Ort geblieben; zusätzliche Verstärkungen seien für andere Gefahrenbereiche alarmiert worden.

Der Brand hat nach Berichten über mehrere Tage hinweg rund 42.000 Hektar Waldfläche erfasst. Er galt wegen trockener Vegetation, wechselnder Winde und extremer Feuerentwicklung als schwer kontrollierbar. Die nun angekündigte behördliche Aufarbeitung wird sich auch mit dem Moment befassen, in dem Le Porge noch nicht vollständig evakuiert war und die Einsatzkräfte gleichzeitig mehrere Ortschaften schützen mussten.

Quellen

  • Franceinfo
  • Le Monde
  • Präfektur Gironde
  • Gendarmerie nationale
  • Département Gironde

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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