Politik & Gesellschaft

Glucksmann erklärt Kandidatur für die Präsidentschaftswahl 2027

Raphaël Glucksmann tritt bei der Präsidentschaftswahl 2027 an und stellt sich im Oktober der gemeinsamen Vorwahl von Parti socialiste und Place publique. Von La France insoumise grenzt er sich weiter ab.

Paris – 23.08.2026: Raphaël Glucksmann hat seine Kandidatur für die französische Präsidentschaftswahl 2027 erklärt. Der Europaabgeordnete und Ko-Vorsitzende von Place publique kündigte am Sonntagabend im Fernsehsender TF1 an, sich zugleich der sozialdemokratischen Vorwahl zu stellen. Diese wird gemeinsam vom Parti socialiste (PS) und Place publique organisiert und soll am 11. und 18. Oktober stattfinden.

Mit der Erklärung endet eine längere Phase strategischer Unklarheit. Glucksmann hatte Vorwahlen innerhalb der französischen Linken mehrfach skeptisch beurteilt und noch im Mai 2025 eine Teilnahme abgelehnt. Nun akzeptiert er ein enger gefasstes Verfahren, das sich an die sozialdemokratische und proeuropäische Linke richtet. Seine Entscheidung besiegelt damit auch die erneute Annäherung zwischen Place publique und den Sozialisten.

Der sozialistische Abgeordnete Arthur Delaporte begrüßte Glucksmanns Schritt als Grund zur Genugtuung. Für den PS ist dessen Teilnahme politisch bedeutsam, weil sie der Vorwahl einen Bewerber mit landesweiter Bekanntheit verschafft. Bei der Europawahl 2024 hatte Glucksmann die gemeinsame Liste von PS und Place publique angeführt und 13,83 Prozent der Stimmen erreicht.

Eine Einigung der gesamten französischen Linken ist mit dem Verfahren allerdings nicht verbunden. Glucksmann bekräftigte bei TF1 seine Abgrenzung von La France insoumise. Deren Gründer Jean-Luc Mélenchon, der bereits eine eigene Kandidatur angekündigt hat, nimmt an der Vorwahl nicht teil. Damit zeichnen sich für 2027 mindestens zwei konkurrierende Angebote links der politischen Mitte ab: das Lager um Mélenchon und das sozialdemokratische Bündnis von PS und Place publique.

Für die Sozialisten erfüllt die Vorwahl zugleich eine innerparteiliche Funktion. Nach Jahren wechselnder Bündnisse und wiederkehrender Konflikte will der PS seinen Präsidentschaftsbewerber nicht allein auf einem Parteitag bestimmen. Die Öffnung zu Place publique soll eine Kandidatur ermöglichen, die über das traditionelle sozialistische Milieu hinausreicht, ohne die programmatischen Differenzen zu La France insoumise zu verwischen.

Glucksmanns Einstieg verändert das Kräfteverhältnis unter den möglichen Bewerbern. Als weitere Kandidatin ist Ségolène Royal im Gespräch, die 2007 für den PS zur Präsidentschaftswahl antrat. Glucksmann bringt hingegen eine eigene politische Organisation, ein Mandat im Europäischen Parlament und die Erfahrung als Spitzenkandidat einer landesweiten Wahlliste mit.

Die frühe Festlegung gibt dem Bündnis noch vor Beginn der politischen Herbstsaison einen verbindlicheren Rahmen. Der PS plant seine Sommeruniversität Ende August in Blois. Bis zur Vorwahl im Oktober müssen beide Partner unter anderem die Zulassung der Kandidaten, erforderliche Unterstützerunterschriften und die Beteiligung von Menschen ohne Parteibuch regeln.

Quellen

  • Franceinfo
  • TF1 Info
  • Le Monde

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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