Évry – 05.09.2026: Der französische YouTuber und Komiker Greg Guillotin hat eingeräumt, gegenüber seiner früheren Partnerin körperlich und psychisch gewalttätig geworden zu sein. In einer am Samstag veröffentlichten Erklärung schrieb der 40-Jährige, er wolle die Gewalt weder bestreiten noch rechtfertigen. Er entschuldigte sich bei der Frau und erklärte, er befinde sich inzwischen in therapeutischer Behandlung. Gegen ihn liegt eine Anzeige wegen Partnerschaftsgewalt und Belästigung vor.
Die frühere Partnerin hatte die Anzeige am 17. Juni bei der Staatsanwaltschaft am Tribunal judiciaire von Évry im Département Essonne eingereicht. Sie wirft Guillotin vor, sie während ihrer Beziehung von 2019 bis 2026 wiederholt körperlich und psychisch misshandelt zu haben. Ihr Anwalt Jean-Baptiste Riolacci sagte, seine Mandantin habe der Justiz Unterlagen und weitere konkrete Anhaltspunkte zur Prüfung übergeben.
Nach übereinstimmenden Medienberichten beschreibt die heute 27-Jährige eine Beziehung, die von Kontrolle, Demütigungen, Beleidigungen und Überwachung geprägt gewesen sein soll. Zudem berichtet sie von mehreren körperlichen Übergriffen. Diese Vorwürfe sind Bestandteil der Anzeige und bislang nicht gerichtlich festgestellt. Guillotins öffentliche Erklärung bestätigt grundsätzlich körperliche und psychische Gewalt, geht jedoch nicht auf die einzelnen von seiner früheren Partnerin geschilderten Situationen ein.
Die Staatsanwaltschaft in Évry bestätigte den Eingang der Anzeige. Nach ihrem am Freitag bekannt gewordenen Stand war zunächst noch kein Ermittlungsdienst offiziell mit dem Vorgang beauftragt. Damit war offen, ob und wann Polizei oder Gendarmerie Vernehmungen vornehmen, eingereichte Unterlagen auswerten oder weitere Ermittlungen einleiten werden. Eine Anzeige allein bedeutet weder eine Anklage noch eine Verurteilung; über das weitere Vorgehen entscheidet die Staatsanwaltschaft nach Prüfung des Materials.
Guillotin ist in Frankreich vor allem durch aufwendig inszenierte Streiche mit versteckter Kamera bekannt. Sein YouTube-Kanal erreicht mehrere Millionen Abonnenten. Diese große Reichweite sorgte dafür, dass die Anzeige und seine Reaktion binnen kurzer Zeit breite öffentliche Aufmerksamkeit erhielten. Für die strafrechtliche Beurteilung ist seine Bekanntheit unerheblich. Maßgeblich sind die Prüfung durch die Staatsanwaltschaft, mögliche Ermittlungen und gegebenenfalls die spätere Bewertung durch ein Gericht.
Die Frau wandte sich nach Angaben ihres Anwalts auch deshalb an die Justiz, weil sie befürchtete, die von ihr beschriebenen Übergriffe könnten sich gegenüber anderen Frauen wiederholen. Gesichert sind bislang der Eingang ihrer Anzeige, die Zuständigkeit der Staatsanwaltschaft in Évry und Guillotins öffentliches Eingeständnis körperlicher und psychischer Gewalt.
Quellen
- Franceinfo
- 20 Minutes mit Agence France-Presse
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).