Marseille – 15.10.2026: Die schwedische Aktivistin Greta Thunberg hat sich am Donnerstag an einer propalästinensischen Protestaktion vor dem Unternehmen Eurolinks in Marseille beteiligt. In einem auf Instagram veröffentlichten Video erklärte sie, gemeinsam mit anderen Demonstrierenden die Zufahrten des Werks zu blockieren. Die Aktion richtete sich nach Angaben der Beteiligten gegen den Krieg im Gazastreifen und gegen mögliche Rüstungslieferungen an Israel.
Thunberg bezeichnete Israels Vorgehen gegen die palästinensische Bevölkerung als Völkermord. Diese politische und rechtliche Bewertung ist eine Aussage der Aktivistin und der Protestierenden. Der Internationale Gerichtshof hat im Verfahren Südafrika gegen Israel vorläufige Maßnahmen zum Schutz der palästinensischen Bevölkerung im Gazastreifen angeordnet. Ein abschließendes Urteil darüber, ob Israel gegen die Völkermordkonvention verstoßen hat, liegt bislang nicht vor.
Eurolinks ist ein Rüstungszulieferer mit Sitz in Marseille. Das Unternehmen war bereits in den vergangenen Jahren Ziel propalästinensischer Proteste. Im Zentrum der Kritik standen Berichte über die Ausfuhr von Bauteilen für Munitionsgurte, die nach Darstellung von Aktivisten in israelischen Waffensystemen eingesetzt werden könnten. Die Demonstrierenden verlangen, entsprechende Lieferbeziehungen offenzulegen und zu beenden.
Ob die Aktion am Donnerstag die Produktion tatsächlich unterbrach, war zunächst nicht unabhängig bestätigt. Auch zur Zahl der Beteiligten, zur Dauer der Blockade und zu möglichen Einsätzen der Polizei lagen keine belastbaren offiziellen Angaben vor. Eine Stellungnahme von Eurolinks zu dem Protest war in den zunächst verfügbaren Berichten ebenfalls nicht enthalten. Gesichert war damit zunächst nur Thunbergs öffentlich dokumentierte Beteiligung vor dem Betriebsgelände.
Die Kundgebung gehört zu einer Reihe von Mobilisierungen in Frankreich, bei denen Aktivisten politische Forderungen zum Krieg im Gazastreifen mit Kritik an der Rüstungsindustrie verbinden. Sie verlangen mehr Transparenz bei Exportgenehmigungen und eine strengere Kontrolle der Lieferketten. Die französische Regierung verweist bei Rüstungsausfuhren grundsätzlich auf nationale Prüfverfahren und die internationalen Verpflichtungen des Landes. Welche Genehmigungen für einzelne Komponenten gelten, lässt sich aus der Protestaktion selbst jedoch nicht ableiten.
Thunberg wurde international durch die von ihr angestoßenen Schulstreiks für das Klima bekannt. In den vergangenen Jahren äußerte sie sich wiederholt auch zu Menschenrechten und zum Krieg im Nahen Osten. Ihre Teilnahme verschaffte dem lokalen Protest in Marseille internationale Aufmerksamkeit. Nach den zunächst verfügbaren Angaben machte sie ihre Beteiligung selbst über Instagram öffentlich und begründete die Blockade mit der Lage der palästinensischen Bevölkerung im Gazastreifen.
Quellen
- Franceinfo
- Internationaler Gerichtshof
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).