Kultur

Griechenlands Regierungschef dankt Christopher Nolan für “Die Odyssee”

Kyriakos Mitsotakis würdigt Christopher Nolans Verfilmung von Homers Epos. Athen nutzt den Kinostart, um für Griechenland als Produktionsstandort und Hüter des antiken Kulturerbes zu werben.

Athen – 28.07.2026: Griechenlands Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis hat dem britischen Regisseur Christopher Nolan zum Kinostart seines Films "Die Odyssee" gratuliert. Nach Angaben des Büros des Regierungschefs dankte Mitsotakis dem Filmemacher dafür, mit seiner Adaption von Homers Epos das internationale Interesse an der griechischen Zivilisation zu stärken. Das Gespräch fand am Montagnachmittag per Videokonferenz statt.

Die Würdigung ist mehr als eine Höflichkeitsadresse an einen prominenten Regisseur. Homers Epos gehört zum Kernbestand der griechischen Bildungs- und Erinnerungskultur. Seine Verfilmung bietet der Regierung in Athen die Gelegenheit, das antike Erbe mit dem Anspruch Griechenlands zu verbinden, sich als moderner Kultur- und Medienstandort zu etablieren. Mitsotakis bezeichnete die Produktion entsprechend als Brücke zwischen historischem Erbe und zeitgenössischer Kunst.

Schon während der Dreharbeiten erhielt das Projekt institutionelle Unterstützung. Die Hellenic Film Commission begleitete Universal Pictures und Nolans Produktionsfirma Syncopy nach eigenen Angaben in der frühen Planungsphase. Gedreht wurde unter anderem auf der Peloponnes, in der Nestor-Höhle, am Strand von Voidokilia, bei Methoni und auf dem Akrokorinth. Das griechische Kulturministerium erteilte die erforderlichen Genehmigungen und machte Auflagen zum Schutz der archäologischen Stätten.

Athen bemüht sich seit mehreren Jahren darum, mehr internationale Filmproduktionen ins Land zu holen. Die staatliche Förderung sieht Zuschüsse von bis zu 40 Prozent der anerkannten Produktionskosten vor. Seit 2019 seien mehr als 140 Millionen Euro für griechische und ausländische audiovisuelle Produktionen bereitgestellt worden. Die Regierung erhofft sich davon Aufträge für Filmschaffende, Handwerksbetriebe, Hotels und weitere örtliche Dienstleister. Zugleich sollen international sichtbare Drehorte den Tourismus fördern und Griechenlands Stellung in der europäischen Filmwirtschaft stärken.

Der französische Kinostart verschafft dieser Strategie zusätzliche Aufmerksamkeit. "Die Odyssee" erreichte dort am ersten Tag 232.972 Zuschauerinnen und Zuschauer und führte damit die Neustarts an. In der ersten vollständigen Spielwoche wurden nach Angaben der Kinobranche rund 1,84 Millionen Eintrittskarten verkauft. Damit erzielte der Film den bislang stärksten französischen Kinostart des Jahres 2026. Die Zahl von rund 232.000 Eintritten bezieht sich folglich auf den Auftakttag, nicht auf die gesamte erste Woche.

In Griechenland hatte die Produktion zuvor eine innenpolitische Kontroverse ausgelöst. Die nationalistische Partei Niki kritisierte die Besetzung und die staatliche Unterstützung der Dreharbeiten. Kulturministerin Lina Mendoni wies Forderungen zurück, der Staat müsse auf die künstlerische Auslegung des Mythos Einfluss nehmen. Das Gespräch zwischen Mitsotakis und Nolan markiert die gegenteilige Linie der Regierung: Sie setzt auf die kulturelle Reichweite des Films und den wirtschaftlichen Nutzen internationaler Produktionen.

Quellen

  • Büro des Ministerpräsidenten der Hellenischen Republik
  • Hellenic Film Commission
  • eKathimerini
  • AlloCiné
  • Associated Press
  • Franceinfo

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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