Paris – 07.10.2026: Die französische Impfkampagne gegen die saisonale Grippe beginnt am 13. Oktober 2026 in Festlandfrankreich, Guadeloupe, Martinique und Französisch-Guayana. Die gesetzliche Krankenversicherung verweist darauf, dass die Impfstoffe jedes Jahr neu zusammengesetzt werden, weil sich Influenzaviren fortlaufend verändern. In Mayotte begann die Kampagne bereits im September; auf Réunion richtet sich der Termin nach der Grippesaison der Südhalbkugel.
Die Weltgesundheitsorganisation legte die empfohlene Zusammensetzung für die Saison 2026/2027 auf der Nordhalbkugel am 27. Februar fest. Berücksichtigt werden sollten Bestandteile gegen die Virusvarianten A(H1N1)pdm09, A(H3N2) und B/Victoria. Je nach Herstellungsverfahren unterscheiden sich die ausgewählten Referenzviren teilweise. Nationale Zulassungsbehörden und Hersteller übertragen die Empfehlungen anschließend auf die für ihre Märkte bestimmten Präparate.
Die jährliche Anpassung ist nötig, weil sich die Oberflächenmerkmale von Influenzaviren verändern können. Für die Auswahl wertet ein weltweites Überwachungsnetz Virusproben, genetische Eigenschaften, epidemiologische Daten und Untersuchungen zur Immunantwort aus. Fachleute der Weltgesundheitsorganisation beraten zweimal im Jahr über die Zusammensetzung: im Februar für die Nordhalbkugel und im September für die Südhalbkugel.
Zwischen der Empfehlung und dem Beginn der Impfkampagne liegt ein eng getakteter Produktions- und Zulassungsprozess. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation dauert die Herstellung eines angepassten Grippeimpfstoffs von der Veröffentlichung der empfohlenen Zusammensetzung bis zur Auslieferung ungefähr sechs Monate. Die Auswahl muss daher getroffen werden, bevor sich zuverlässig erkennen lässt, welche Varianten im folgenden Winter vorherrschen werden. Zugleich soll der frühe Termin gewährleisten, dass rechtzeitig genügend Dosen verfügbar sind.
Wie gut die Impfung schützt, hängt davon ab, wie eng die ausgewählten Bestandteile mit den später tatsächlich zirkulierenden Viren übereinstimmen. Alter, Vorerkrankungen und die individuelle Immunantwort beeinflussen die Wirksamkeit ebenfalls. Auch bei einer nicht vollkommenen Übereinstimmung kann die Impfung das Risiko schwerer Krankheitsverläufe und damit verbundener Krankenhausaufenthalte verringern.
In Frankreich richtet sich die Empfehlung besonders an Menschen ab 65 Jahren, Schwangere, Personen mit bestimmten chronischen Erkrankungen, Menschen mit starker Adipositas sowie Beschäftigte im Gesundheitswesen. Bei Personen mit erhöhtem Risiko übernimmt die Krankenversicherung die Kosten des Impfstoffs vollständig. Für ältere Menschen stehen zudem hoch dosierte oder mit Wirkverstärkern versehene Präparate zur Verfügung.
Die Grippekampagne läuft in diesem Herbst gleichzeitig mit der Impfkampagne gegen Covid-19. Die Belastung durch Influenza bleibt erheblich: Nach Angaben von Santé publique France führte die Grippewelle 2025/2026 zu rund 115.000 Besuchen in Notaufnahmen. Etwa 24.000 Erkrankte wurden anschließend ins Krankenhaus aufgenommen; die Behörde schätzte die mit der Welle verbundene Übersterblichkeit auf rund 12.700 Todesfälle.
Quellen
- Franceinfo
- Assurance Maladie
- Santé publique France
- Weltgesundheitsorganisation
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).