Politik & Gesellschaft

Haftstrafe nach tödlicher Kollision mit Gendarm auf der A13

Ein Lastwagenfahrer ist in Evreux zu einem Jahr Haft ohne Bewährung verurteilt worden. Er hatte während der Fahrt eine Netflix-Serie angesehen und war auf der A13 in einen Gendarmerieeinsatz gefahren.

Evreux – 18.09.2026: Fast vier Jahre nach einer tödlichen Kollision auf der Autobahn A13 hat das Strafgericht von Evreux einen Lastwagenfahrer zu einem Jahr Freiheitsstrafe ohne Bewährung verurteilt. Der Mann musste sich wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung verantworten. Nach den Feststellungen des Gerichts sah er während der Fahrt eine Serie des Streamingdienstes Netflix.

Der Unfall ereignete sich in der Nacht zum 25.10.2022 bei Saint-Mards-de-Blacarville im Département Eure. Gegen 2.50 Uhr waren dort Gendarmen im Rahmen einer Aktion gegen mutmaßlichen Drogenhandel im Einsatz. Mehrere Fahrzeuge waren auf dem Standstreifen angehalten worden. Der Kühltransporter des später verurteilten Fahrers fuhr in die abgesicherte Kontrollstelle und prallte gegen mehrere dort stehende Fahrzeuge.

Der 47 Jahre alte Gendarm Jean-Christophe Bolloch kam bei der Kollision ums Leben. Mehrere weitere Menschen wurden verletzt, darunter Angehörige der Gendarmerie, ein Mitarbeiter des Autobahnbetreibers und Insassen der zuvor kontrollierten Fahrzeuge. Für die Familie des getöteten Beamten brachte das Verfahren eine erneute Auseinandersetzung mit jener Nacht, deren Folgen weit über den Unfallort hinausreichen.

Der Lastwagenfahrer war nicht an den mutmaßlichen Drogendelikten beteiligt, die Anlass für den Einsatz gewesen waren. Im Prozess ging es ausschließlich um sein Verhalten am Steuer und um die Frage, ob er die Kollision bei pflichtgemäßer Aufmerksamkeit hätte verhindern können. Die laufende Serie und der Blick auf einen Bildschirm während der Fahrt bildeten deshalb einen zentralen Gegenstand der Verhandlung.

Bei einem schweren Lastwagen können bereits wenige Sekunden der Ablenkung eine erhebliche Wegstrecke bedeuten. Auf einer Autobahn bei Nacht sinkt damit die Möglichkeit, Einsatzfahrzeuge, Warnsignale oder Menschen am Fahrbahnrand rechtzeitig zu erkennen und angemessen zu reagieren. Das Urteil behandelt einen konkreten Fall, verweist jedoch zugleich auf die besonderen Gefahren digitaler Ablenkung im Güterverkehr.

Das Strafgericht verkündete die Haftstrafe am Donnerstag, dem 17.09.2026. Die vorliegenden Berichte enthalten keine Angaben dazu, ob neben der Freiheitsstrafe weitere Sanktionen verhängt wurden oder ob der Verurteilte Berufung einlegen will.

Die A13 ist eine der wichtigsten Verkehrsachsen zwischen Paris und der Normandie. An der nächtlichen Kontrollstelle bei Saint-Mards-de-Blacarville trafen schwerer Güterverkehr und ein laufender Polizeieinsatz auf engem Raum zusammen. Die strafrechtliche Verantwortung für die tödliche Kollision hat das Gericht nun dem Lastwagenfahrer zugerechnet: ein Jahr Haft ohne Bewährung wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung.

Quellen

  • Franceinfo
  • L'Essor de la Gendarmerie Nationale

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).