Paris – 19.10.2026: Nach den Ausschreitungen am Rand der landesweiten Demonstrationen gegen hohe Lebenshaltungskosten vom 17. Oktober rechnet der französische Handelskammerverband CCI France mit Schäden von mehreren hundert Millionen Euro im Einzelhandel. Verbandspräsident Alain Di Crescenzo bezifferte die Zahl der von Plünderungen und Sachbeschädigungen betroffenen Geschäfte auf mehr als 2000.
Die Schätzung ist vorläufig und liegt über der ersten Bilanz des Handels- und Vertriebsverbands vom Sonntag, der von rund 1500 unmittelbar betroffenen Betrieben ausgegangen war. Die Differenz erklärt sich durch den noch laufenden Abgleich zwischen örtlichen Handelskammern, Verbänden, Versicherern und Unternehmen. Erfasst werden müssen geplünderte Waren ebenso wie zerstörte Schaufenster, beschädigte Einrichtungen und Ausgaben für zusätzliche Sicherungsmaßnahmen.
Die Demonstrationen am Samstag, dem 17. Oktober, richteten sich gegen die steigenden Lebenshaltungskosten. In mehreren Städten kam es abseits der angemeldeten Kundgebungen zu gewaltsamen Vorfällen. In Paris wurden Geschäfte in mehreren Vierteln beschädigt oder ausgeräumt. Die Stadtverwaltung teilte am 18. Oktober mit, sie habe fast 1000 Beschäftigte für Reinigung, Sicherung und Hilfsmaßnahmen eingesetzt.
Paris richtete außerdem eine Notfallstelle für betroffene Händler ein. Sie soll Schäden aufnehmen, Kontakte zu Versicherungen erleichtern und Unternehmen bei Verwaltungsverfahren unterstützen. Vergleichbare Strukturen entstanden außerhalb der Hauptstadt: Die Präfektur des Départements Hérault und die dortige Handelskammer nahmen am Montag eine Informationsstelle für geschädigte Gewerbetreibende in Betrieb.
Für die Unternehmen setzt sich der Verlust aus mehreren Posten zusammen. Zu Diebstahl und Zerstörung kommen Umsatzausfälle infolge vorübergehender Schließungen, abgesperrter Straßen und sinkender Kundenfrequenz. Besonders schwer kann dies kleinere, inhabergeführte Läden treffen. Sie sind häufig auf tägliche Einnahmen angewiesen und müssen Reparaturen oder neue Ware bezahlen, bevor Versicherungen über eine Erstattung entschieden haben. Hinzu kommen mögliche Lieferprobleme und Arbeitsausfälle, wenn Geschäftsräume zunächst unbenutzbar bleiben.
Die Handelskammern raten daher zu schnellen Schadensmeldungen und einer lückenlosen Dokumentation. Die CCI Paris Île-de-France empfiehlt den Betrieben, Fotos anzufertigen, Inventarverluste zu protokollieren, Anzeige zu erstatten und unverzüglich ihren Versicherer zu informieren. Welche Schäden tatsächlich gedeckt sind, hängt von den jeweiligen Verträgen ab. Auch Fristen und verlangte Nachweise können sich unterscheiden.
Ob die Gesamtsumme mehrere hundert Millionen Euro erreicht, ist noch offen. CCI France stützt seine Schätzung auf Meldungen aus dem landesweiten Netzwerk, während die Bestandsaufnahme in zahlreichen Städten andauert. Eine belastbare Bilanz wird erst nach den Versicherungsprüfungen und der Erfassung der Betriebsausfälle möglich sein.
Quellen
- Franceinfo
- CCI France
- Stadt Paris
- CCI Hérault
- CCI Paris Île-de-France
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).