Paris – 10.10.2026: Handelsmarken der Supermärkte prägen den Einkauf französischer Haushalte stärker denn je. Ein aktueller Beitrag von Franceinfo beschreibt, dass sich bei Lebensmitteln und Alltagsprodukten inzwischen fast jeder zweite Verbraucher für solche Angebote entscheidet. Nach Marktanalysen von NielsenIQ erreichten sie 2025 einen Anteil von 45,5 Prozent an den verkauften Mengen im französischen Lebensmitteleinzelhandel.
Der Zuwachs hängt eng mit dem anhaltenden Druck auf die Haushaltsbudgets zusammen. Laut NielsenIQ empfinden fast 80 Prozent der Menschen in Frankreich die Ladenpreise weiterhin als Belastung. Die Absatzmenge der Handelsmarken stieg 2025 um 1,8 Prozent. Besonders kräftig legten höher positionierte Produktlinien zu. Eigenmarken gelten daher längst nicht mehr ausschließlich als schlicht ausgestattete Alternative für besonders preisbewusste Kunden.
Ihr Preisvorteil beruht vor allem auf anderen Vertriebsstrukturen. Handelsmarken verursachen gewöhnlich geringere Ausgaben für Werbung und überregionale Markenführung. Händler können große Stückzahlen planen und Rezepturen unmittelbar mit den Produzenten abstimmen. Daraus folgt allerdings weder, dass ein Produkt aus derselben Fabrik wie ein bekannter Markenartikel stammt, noch, dass beide nach derselben Rezeptur hergestellt werden.
Auch die Qualität lässt sich nicht pauschal beurteilen. Zutatenlisten, Rohstoffanteile, Zusatzstoffe sowie Salz- und Zuckergehalt können innerhalb einer Warengruppe erheblich voneinander abweichen. Gleiches gilt für den Nutri-Score. Bei einfachen Grundnahrungsmitteln bieten günstigere Handelsmarken häufig eine vergleichbare Alternative. Bei stark verarbeiteten Lebensmitteln lohnt sich dagegen der genaue Blick auf das Etikett – unabhängig davon, welcher Name auf der Verpackung steht.
Die Herkunft ist ebenfalls nicht am Logo des Händlers abzulesen. Eigenmarken werden von spezialisierten Industrieunternehmen, kleinen und mittleren Betrieben, bisweilen aber auch von Herstellern bekannter Marken produziert. Die Handelsgruppe definiert die Anforderungen und vertreibt die Ware unter eigenem Namen. Hinweise zum Herstellungsort, zur Herkunft der Rohstoffe und anerkannte Siegel sind deshalb aussagekräftiger als die Markenart.
Zudem entscheidet der Händler über die tatsächliche Ersparnis. Eine Preisuntersuchung von UFC-Que Choisir stellte im September 2026 deutliche Unterschiede zwischen den Ketten fest: Bei einem repräsentativen Einkaufskorb im Wert von 150 Euro lag Auchan im Durchschnitt rund 20 Euro über E.Leclerc. Eine günstige Eigenmarke gleicht ein insgesamt höheres Preisniveau des Sortiments nicht zwangsläufig aus.
Handelsmarken verschaffen vielen Haushalten finanziellen Spielraum und erhöhen den Wettbewerbsdruck auf etablierte Hersteller. Ob sie im Einzelfall günstiger und qualitativ ebenbürtig sind, ergibt sich erst aus dem Vergleich gleich großer Packungen, ihrer Zutaten, ihrer Herkunft und des Endpreises im jeweiligen Geschäft.
Quellen
- Franceinfo
- NielsenIQ
- UFC-Que Choisir
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).