Aktuell · 20.07.2026 20:00
Haute-Corse: Feuerwehrchef fordert mehr nationale Luftunterstützung
Während die Waldbrände bei Albertacce und Corte weiter Einsatzkräfte binden, warnt der Präsident des Feuerwehrdienstes SIS 2B vor einer wachsenden Lücke zwischen Brandrisiko und verfügbaren staatlichen Luftmitteln.
Corte – 20.07.2026: Der Präsident des Feuerwehr- und Rettungsdienstes der Haute-Corse, Hyacinthe Vanni, hat angesichts der anhaltenden Waldbrände im Inselinneren eine Verstärkung der nationalen Luftunterstützung verlangt. Die eingesetzten Mittel entsprächen nicht mehr dem Ausmaß der Risiken, erklärte er. Die Feuerwehrleute arbeiteten unter Bedingungen, die ihre Sicherheit gefährdeten; persönlicher Einsatz könne strukturelle Engpässe bei staatlichen Löschflugzeugen und Hubschraubern nicht dauerhaft ausgleichen.
Der Appell fällt in eine besonders angespannte Lage im Zentrum Korsikas. Nach Angaben der Präfektur brannten am Montag bei Albertacce rund 352 Hektar. Dort waren 163 Einsatzkräfte mit etwa 60 Fahrzeugen tätig, um weiterhin aktive Glutnester zu bekämpfen. Im Gebiet Corte-Restonica hatte das Feuer rund 179 Hektar erfasst. Die Flammen näherten sich bis auf etwa 50 Meter den Schafhütten von Capellaccia, wo zwei Hirten und rund 500 Tiere betroffen waren.
Die meteorologischen Bedingungen erschweren die Löscharbeiten erheblich. Trockene Luft, hohe Temperaturen und Westwind von etwa 40 Kilometern pro Stunde mit Böen bis 60 Kilometer pro Stunde begünstigen eine erneute Ausbreitung. Die zuständigen Behörden halten kommunale Wanderwege geschlossen, um die Bevölkerung zu schützen und den Rettungsdiensten den Zugang zu den Einsatzräumen offenzuhalten.
Zur Luftunterstützung waren am Montag der Rettungshubschrauber Dragon 2B, der Hubschrauber Morane 2A, zwei Puma-Hubschrauber sowie ein Dash-Löschflugzeug vorgesehen. Hinzu kamen Bodenverstärkungen aus den Départements Bouches-du-Rhône, Var und Hérault. Die Aufstellung verdeutlicht zugleich die Abhängigkeit der Insel von überregional zugeteilten Ressourcen, wenn mehrere Brände gleichzeitig und unter schwierigen Wetterbedingungen bekämpft werden müssen.
Der Staat verweist für die Brandsaison 2026 auf einen ausgebauten Gesamtansatz. Landesweit stehen nach Angaben des Umweltministeriums 12 Canadair-, acht Dash- und weitere Aufklärungsflugzeuge sowie saisonal angemietete Luftfahrzeuge bereit. Für Korsika waren zwei Canadair und ein schwerer Löschhubschrauber vorpositioniert. Die nationale Koordinierungsstelle in Nîmes verteilt Luft- und Bodenmittel nach Gefahrenlage und Priorität über das gesamte Staatsgebiet.
Gerade diese zentralisierte Steuerung ist für eine Inselregion mit begrenzten eigenen Kapazitäten von hoher Bedeutung, kann aber bei parallelen Großbränden zu Zielkonflikten führen. Vannis Kritik richtet sich damit nicht gegen die vor Ort eingesetzten Mannschaften, sondern gegen die Frage, ob die nationale Flotte und ihre Verteilung mit der wachsenden Dauer, räumlichen Ausdehnung und Intensität der Vegetationsbrände Schritt halten. Der aktuelle Einsatz in Haute-Corse macht diese strategische Debatte erneut konkret.
Quellen
- Franceinfo
- Präfektur Haute-Corse über Alta Frequenza
- Französisches Ministerium für ökologischen Wandel
(Dieser Text ist wesentlich KI-generiert.)