… faites de la musique! Ja, macht Musik … am Tag des Musikfestes! In Frankreich ist die Fête de la Musique fest etabliert, in Deutschland noch nicht landesweit, aber schon in vielen Städten. Am längsten Tag des Jahres, zum Sommeranfang, wird musikalisch gefeiert.
Seit 1982 wird in Frankreich die Fête de la Musique gefeiert. Die ursprüngliche Idee dieses Festes ist, dass an diesem Tag, dem 21. Juni, alle Musik machen, die können. Diejenigen, welche ein Instrument spielen, ob Profis oder Laien, jung oder alt ..., sollen Musik nicht konsumieren, sondern selbst welche machen. Kostenloser Zugang zu allen musikalischen Darbietungen ist einer der Grundsätze des Festes. Orte sollen überall und für alle voll von Sound und Klängen sein, um nicht nur die Musik, sondern auch den Sommeranfang zu feiern. Musikalische Vielfalt ist dabei ebenso gefragt wie Spontaneität, man soll sich mitreißen und zum Mitmachen anstecken lassen.
Werfen wir einen Blick auf die Anfänge: 1981 wurde vom Stab des damaligen Kulturministers Jack Lang der Anstoß für das Musikfest gegeben. 1982 ergab dann eine Umfrage über die kulturellen Gepflogenheiten der Französ*innen, dass einer von zwei jungen Menschen ein Musikinstrument spielt. Die Verblüffung war groß: So viele! Musikalische Veranstaltungen betrafen entgegen allen Annahmen nicht nur eine kleine Minderheit! Nahezu überstürzt wurden in Paris Vorbereitungen getroffen, Persönlichkeiten aus Politik, Gesellschaft, Musik informiert und schnell ein paar Plakate gedruckt und aufgehängt, ohne zu wissen, wer diesen Aufruf überhaupt sehen und ihm folgen würde. – Am 21.06.1982 wurde das Fest zum ersten Mal gefeiert, damals nur in Paris.

Damit war eine Lawine in Sachen Musik losgetreten. Das Ergebnis übertraf alle Erwartungen. In ganz Frankreich bildeten sich danach Tausende von Initiativen, und ein Jahr später wurde das Fest im ganzen Land gefeiert. Man erlebte Berufsmusiker und Amateure auf den Straßen, auf Plätzen, in Parks, in Fußgängerzonen, auf Bahnhöfen ..., kurz, überall – und das Ganze kostenlos. Junge und Alte, Musiker*innen und Zuhörer*innen genossen die verschiedensten Musikrichtungen in der entspannten, friedvollen Atmosphäre des Sommeranfangsabends.
Mittlerweile ist die Fête de la Musique zu einem festen Bestandteil der französischen „Event-Kultur“ geworden. Das Fest sorgt schon vom sommerlichen Datum her für gute Laune, und die Freude an der Musik ist ungebrochen. Ein kleiner Wermutstropfen trübt allerdings die Stimmung: Kritisiert wird inzwischen die Kommerzialisierung durch vielfältige Angebote von Essen und Trinken; es heißt, das Fest verkomme zur Fête de la Bière (also quasi zum Oktoberfest) oder zur Fête de la Bouffe (zum „Fressfest“), worunter der Grundgedanke in manchen Städten leide. Die Musik stehe nicht mehr eindeutig im Zentrum.
Dennoch erfreut sich das Musikfest wachsender Beliebtheit. Auch in Deutschland wird es inzwischen in über 80 Städten gefeiert, europaweit in über 300 Städten, und auf der ganzen Welt, vor allem in Südamerika, feiern mehr als 540 Städte dieses Fest. Die Fête de la Musique hat sich den kulturellen Gegebenheiten der jeweiligen Länder angepasst, wobei die Musik eine weltweite, internationale Sprache bleibt. Im Jahr 2017 haben mehr als 120 Länder teilgenommen.
Also genieß heute den längsten Tag des Jahres und mach Musik, öffentlich, in der Familie oder mit Freunden!
Deine Elisa