Wirtschaft

Hitze und Trockenheit verteuern Gemüse in Südfrankreich

In Marseille werden Tomaten und Paprika knapp. Geringere Ernten treiben die Preise, während die Branche bereits um die Versorgung mit Wintergemüse fürchtet.

Marseille – 08.09.2026: Hitze und Trockenheit setzen dem Obst- und Gemüseanbau im Süden Frankreichs zu. Erzeuger, Großhändler und Einzelhändler in Marseille berichten Franceinfo zufolge von sinkenden Erntemengen und einem knapperen Angebot. Besonders deutlich sind die Folgen bei Tomaten und Paprika: Die geringeren Lieferungen lassen die Preise entlang der Handelskette steigen.

Ursache ist die ungewöhnlich warme Wetterlage zu Beginn des Septembers. Météo-France registrierte am Mittelmeer und im Rhonetal in den vergangenen Tagen Höchsttemperaturen von etwa 35 bis 38 Grad. Niederschläge Ende August reichten nach Angaben des Wetterdienstes vielerorts nicht aus, um die Trockenheit zu beenden. Am 8. September setzte zwar eine Abkühlung ein, die Belastung der Pflanzen und Böden hält jedoch an.

Für viele Betriebe kommt die Wetterlage in einer empfindlichen Phase der Saison. Tomaten und Paprika brauchen während der Reife ausreichend Wasser; anhaltende große Hitze kann die Entwicklung der Früchte beeinträchtigen. Fallen Ernten kleiner aus oder verzögern sie sich, fehlt kurzfristig Ware auf Großmärkten und an Verkaufsständen. Lieferungen aus anderen Regionen oder dem Ausland können solche Lücken nur begrenzt schließen, wenn auch dort saisonale Engpässe bestehen.

In Marseille bemerken Verbraucher die Knappheit vor allem bei Gemüse, das zu dieser Jahreszeit gewöhnlich in großen Mengen aus dem französischen Süden stammt. Niedrigere Erträge erhöhen zunächst den Druck auf die Erzeuger. Großhändler müssen verfügbare Partien teurer einkaufen, Einzelhändler geben einen Teil der Mehrkosten weiter. Landesweit vergleichbare Angaben zu Mengen und Durchschnittspreisen liegen dem Bericht zufolge bislang nicht vor.

Die Sorgen der Branche reichen über das Sommergemüse hinaus. Produzenten fürchten, dass auch Kulturen für die Herbst- und Winterversorgung leiden könnten. Maßgeblich sind die Bodenfeuchte, die verfügbaren Wasservorräte für die Bewässerung und der weitere Wetterverlauf. Sinkende Temperaturen verringern zwar den Hitzestress, gleichen fehlende Feuchtigkeit im Boden aber nicht aus.

Auch die französische Regierung befasst sich mit den wirtschaftlichen Folgen der Hitze- und Trockenheitsperiode. Das Landwirtschaftsministerium teilte am 7. September mit, nationale Gremien hätten außerordentlich über erste Anträge zur Anerkennung von Ernteverlusten beraten. Für nicht versicherte Betriebe kann eine solche Anerkennung den Zugang zu staatlichen Entschädigungen eröffnen. Weitere Anträge sollen am 1. Oktober behandelt werden.

Verbraucher müssen vorerst mit einem kleineren Angebot und höheren Preisen bei einzelnen Frischgemüsesorten rechnen. Für die Betriebe geht es zugleich darum, laufende Ernten zu sichern und die nächsten Kulturen vorzubereiten. Parallel erfassen die zuständigen Stellen die Schäden in den betroffenen Anbaugebieten.

Quellen

  • Franceinfo
  • Météo-France
  • Französisches Ministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Ernährungssouveränität

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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