Wirtschaft

Hitzesommer verschärft die Krise der französischen Restaurants

Nach den Hitzewellen des Sommers melden viele Restaurants sinkende Umsätze und schwindende Margen. Branchenzahlen belegen die angespannte Lage: Mehr als jeder vierte Betrieb schreibt Verluste.

Toulouse – 05.09.2026: Wiederholte Hitzewellen haben Frankreichs Restaurants in diesem Sommer zusätzlich unter Druck gesetzt. Betreiber in Toulouse berichten von leeren Tischen, selbst wenn sie mit günstigeren Angeboten um Gäste warben. Vor allem während der heißesten Stunden blieben Terrassen und Außenbereiche unbesetzt. Die hohen Temperaturen trafen damit eine Branche, die bereits unter steigenden Kosten, schwacher Nachfrage und Personalmangel leidet.

Nach einer am 1. September veröffentlichten Umfrage des Hotel- und Gastronomieverbands UMIH verzeichneten 63,7 Prozent der befragten Betriebe im Juli und August 2026 geringere Umsätze als im Vorjahreszeitraum. An der Erhebung nahmen 1.300 Unternehmen teil. Viele Gäste hätten weniger bestellt, etwa auf Beilagen oder Desserts verzichtet und kurzfristiger reserviert. Dadurch sank in zahlreichen Restaurants auch der durchschnittliche Umsatz je Tisch.

Die Hitze veränderte zugleich die Arbeitsabläufe. Mittags gingen weniger Menschen essen, Veranstaltungen wurden abgesagt oder verschoben, während die Ausgaben für Kühlung und Belüftung stiegen. Eine Befragung des Branchenverbands Groupement des Hôtelleries et Restaurations de France unter 300 Fachleuten hatte bereits im Juni eine deutliche Umsatz- und Besucherschwäche während der heißen Tage ergeben. Hinzu kamen in einzelnen Betrieben verdorbene Waren und verkürzte Öffnungszeiten.

Die schwache Sommersaison trifft auf eine ohnehin angespannte Ertragslage. Nach Angaben der UMIH schreibt inzwischen mehr als jedes vierte Restaurant in Frankreich Verluste. Verbandspräsident Thierry Marx verweist auf äußerst geringe Nettoerträge: Bei einem Gericht zum Preis von 22 Euro könnten nach Abzug sämtlicher Kosten lediglich 40 bis 60 Cent verbleiben. Höhere Ausgaben für Lebensmittel, Energie und Personal ließen sich nicht vollständig an die Gäste weitergeben.

Nach Schätzung der UMIH schließen in Frankreich täglich etwa 25 Restaurants. Das neue Branchenbarometer des Verbands beruht auf Jahresabschlüssen von 2025 und Mehrwertsteuerdaten aus den ersten beiden Quartalen 2026; es erfasst rund 180.000 Unternehmen. Demnach sank der Branchenumsatz im zweiten Quartal in 95 von 98 untersuchten Départements. Diese Daten bilden die Entwicklung des gesamten Restaurantgewerbes ab und erlauben keine isolierte Berechnung der Hitzefolgen.

Auch die Wirtschaftsauskunftei Altares registrierte im zweiten Quartal 2026 zahlreiche Unternehmensinsolvenzen. Landesweit wurden 17.486 Verfahren eröffnet, 5,4 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Als besonders gefährdet gelten kleine und junge Firmen. Für Restaurants kann die Verbindung aus geringerer Nachfrage, knappen Margen und hohen Fixkosten deshalb selbst bei zeitweise guter Auslastung existenzbedrohend werden. Die UMIH will ihr Branchenbarometer künftig monatlich und nach Regionen aufgeschlüsselt veröffentlichen.

Quellen

  • Franceinfo
  • Union des métiers et des industries de l'hôtellerie
  • Groupement des Hôtelleries et Restaurations de France
  • Altares

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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