Paris – 03.10.2026: Frankreichs Imker hatten nach einem guten Frühjahr auf eine ertragreiche Saison gehofft. Doch wiederholte Hitzewellen und Trockenheit ließen im Sommer vielerorts die Vegetation vertrocknen und das Nektarangebot schrumpfen. Nach Angaben von Branchenvertretern fielen die Erträge deshalb je nach Region und Tracht sehr unterschiedlich aus.
Die Nationale Union der französischen Imkerei schätzt die Produktion 2026 auf 18.000 bis 20.000 Tonnen. Für 2025 hatte sie noch 23.000 bis 25.000 Tonnen angegeben. Ihr Sprecher Henri Clément, selbst Imker im Département Lozère, spricht von zunehmend schwer planbaren Ernten. Wetterverlauf und Blütebedingungen unterschieden sich sowohl zwischen den Jahren als auch von Region zu Region erheblich.
Deutlich höher liegt die vorläufige Schätzung von InterApi, dem französischen Branchenverband für Bienenprodukte. Er erwartet 33.700 Tonnen, gestützt auf eine Erhebung des Beratungsunternehmens Agrex Consulting unter 986 Imkern. Das entspräche einem Rückgang um 2,5 Prozent gegenüber 2025, läge aber weiterhin über dem Mittel der vergangenen zehn Jahre. Wegen unterschiedlicher Erhebungsmethoden und noch ausstehender amtlicher Daten lassen sich die beiden Angaben nicht unmittelbar miteinander vergleichen.
Über den Verlauf der Saison besteht hingegen weitgehend Einigkeit. Die seit Ende Mai wiederkehrende starke Hitze traf vor allem die Sommertrachten. Besonders betroffen waren InterApi zufolge Sonnenblumen- und Lavendelhonig. Unter Trockenstress bilden Pflanzen weniger Nektar oder stellen dessen Produktion ganz ein. Den Bienenvölkern fehlt damit ein wesentlicher Rohstoff für den Honig.
Zugleich steigt bei hohen Temperaturen der Aufwand im Bienenstock. Arbeiterinnen müssen mehr Wasser heranschaffen und durch Luftzirkulation zur Kühlung beitragen. Diese Aufgaben binden Tiere, die sonst Nektar und Pollen sammeln könnten. Vertrocknete Blütenbestände und die zusätzliche Arbeit zur Temperaturregulierung begrenzten so während entscheidender Sommerwochen die Erntemöglichkeiten vieler Betriebe.
Das Bild unterscheidet sich regional beträchtlich. InterApi verzeichnet gegenüber 2025 Zuwächse in der Bretagne sowie in Auvergne-Rhône-Alpes, während die Region Grand Est deutlich zurückliegt. Besonders schwach fällt die Bilanz beim Lavendelhonig aus: Erwartet werden rund 400 Tonnen; in guten Jahren waren es nach Angaben des Verbandes annähernd 1.500 Tonnen.
Für Imkereien hat eine schwache Ernte unmittelbare wirtschaftliche Folgen. Bei geringeren Mengen verteilen sich die laufenden Kosten für Betreuung, Wanderung und Überwinterung der Völker auf weniger verkaufsfähigen Honig. Eine belastbare nationale Bilanz wird jedoch erst möglich sein, wenn FranceAgriMer seine mit zeitlichem Abstand erhobenen endgültigen Produktionsdaten vorlegt.
Quellen
- Franceinfo
- InterApi
- Agra Fil
- FranceAgriMer
- TV5MONDE mit Angaben der Agence France-Presse
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).