Paris – 26.09.2026: Nach drei Wochen Verhandlung hat das Pariser Schwurgericht im Fall des getöteten Rugbyspielers Federico Martín Aramburu zwei hohe Haftstrafen verhängt. Loïk Le Priol wurde am Freitag, dem 25. September, wegen Mordes zu 26 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Romain Bouvier erhielt wegen versuchten Mordes 19 Jahre Haft. Die Familie des früheren argentinischen Nationalspielers reagierte erleichtert auf das Urteil.
Das Gericht sah bei Le Priol eine Tötungsabsicht, folgte jedoch nicht dem Vorwurf der Vorbedachtheit. Er wurde daher wegen Mordes und nicht wegen eines im Voraus geplanten Mordes verurteilt. Nach den im Prozess festgestellten Abläufen hatte Bouvier zuerst auf Aramburu geschossen. Le Priol gab anschließend weitere Schüsse ab. Zwei Treffer in den Rücken des damals 42-Jährigen waren tödlich.
In den frühen Morgenstunden des 19. März 2022 war es vor dem Lokal Le Mabillon am Boulevard Saint-Germain im sechsten Pariser Arrondissement zur tödlichen Eskalation gekommen. Vorausgegangen war eine Auseinandersetzung in der Bar. Aramburu hielt sich mit seinem früheren Mitspieler Shaun Hegarty in Paris auf, um das Rugby-Länderspiel zwischen Frankreich und England zu besuchen.
Die Tat erschütterte die Rugbywelt weit über Frankreich hinaus. Aramburu hatte für die argentinische Nationalmannschaft gespielt und war nach seiner aktiven Karriere mit seiner Familie im französischen Baskenland ansässig. Während des Prozesses kamen deshalb neben den Einzelheiten der Tatnacht auch die Folgen für seine Angehörigen zur Sprache. Das Urteil verschaffe der Familie nach den drei Verhandlungswochen viel innere Ruhe, erklärte sie laut Franceinfo.
Le Priol und Bouvier waren vor der Tat in rechtsextremen Kreisen aktiv. Nach den Berichten aus der Verhandlung stellte das Gericht jedoch keine politische Motivation als Auslöser der Schüsse fest. Im Verfahren ging es vielmehr um das Zusammenwirken der beiden Männer sowie ihren Umgang mit Waffen und Gewalt.
Auch zwei Mitangeklagte wurden verurteilt. Lyson Rochemir erhielt drei Jahre Haft, davon 30 Monate auf Bewährung, weil sie nach der Tat Beweismittel beseitigt und das Fahrzeug bewegt hatte. Vom Vorwurf der Beihilfe zu einem versuchten, geplanten Mord sprach das Gericht sie frei. Antony Sorrentino, der Bouvier bei der Flucht geholfen hatte, erhielt drei Jahre Haft auf Bewährung.
Die Staatsanwaltschaft hatte für Le Priol 27 Jahre und für Bouvier 20 Jahre Haft beantragt. Das Gericht blieb jeweils ein Jahr unter diesen Forderungen. Es wertete die Schüsse als Mord und versuchten Mord, verneinte aber in beiden Fällen die für einen geplanten Mord erforderliche Vorbedachtheit.
Quellen
- Franceinfo
- Le Monde
- Actu-Juridique
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).