Hollywood liebt große Geschichten. Und manchmal schreibt die Filmwelt ihre eigene gleich mit.
Am Abend des 15. März 2026 verwandelte sich das Dolby Theatre im Herzen von Los Angeles erneut in den glamourösen Mittelpunkt der internationalen Filmbranche. Zum 98. Mal verlieh die Academy of Motion Picture Arts and Sciences die Oscars – jene goldenen Statuetten, die für viele Filmschaffende mehr bedeuten als jede andere Auszeichnung der Branche.
Durch den Abend führte der amerikanische Comedian Conan O’Brien, der mit trockenem Humor, spontanen Spitzen und einer Portion Selbstironie für eine entspannte Atmosphäre sorgte. Insgesamt wurden Preise in 24 Kategorien vergeben. Doch schon früh zeichnete sich ab, welcher Film die Nacht prägen würde.
„One Battle After Another“ – das neue Werk des amerikanischen Regisseurs Paul Thomas Anderson – wurde zum großen Triumphator des Abends.
Sechs Oscars sammelte das politisch aufgeladene Drama insgesamt ein, darunter den wichtigsten Preis der gesamten Gala: Bester Film. Auch Anderson selbst durfte jubeln. Die Academy ehrte ihn zusätzlich mit dem Oscar für die Beste Regie sowie für das adaptierte Drehbuch. Dazu kamen Auszeichnungen für den Schnitt, das neu eingeführte Casting sowie eine weitere Trophäe für Nebendarsteller Sean Penn.
Für Penn war es übrigens bereits der dritte Oscar seiner langen Karriere – ein Moment, der im Saal mit besonders lautem Applaus gefeiert wurde.
Doch die Oscar-Nacht hatte noch eine zweite große Hauptfigur.
Der Film „Sinners“ von Regisseur Ryan Coogler ging mit beeindruckenden 16 Nominierungen ins Rennen – so viele wie noch kein anderer Film zuvor. Vier Oscars konnte das Werk schließlich gewinnen, darunter für das beste Originaldrehbuch und die herausragende Kameraarbeit von Autumn Durald Arkapaw.
Damit schrieb die Kamerafrau Filmgeschichte: Sie ist die erste schwarze Frau, die in dieser Kategorie ausgezeichnet wurde.
Auch bei den Schauspielpreisen gab es bemerkenswerte Momente.
Die irische Schauspielerin Jessie Buckley erhielt für ihre Darstellung von Agnes Shakespeare im Drama „Hamnet“ ihren ersten Oscar als Beste Hauptdarstellerin. Gleichzeitig schrieb sie Geschichte: Noch nie zuvor hatte eine Irin diesen Preis gewonnen.
Der Oscar für den Besten Hauptdarsteller ging an Michael B. Jordan. In „Sinners“ übernahm er eine anspruchsvolle Doppelrolle als Zwillingsbrüder – eine schauspielerische Herausforderung, die die Academy sichtbar beeindruckte.
Neben den großen Hollywoodproduktionen rückte die Preisverleihung auch internationale Filme ins Rampenlicht. Der Oscar für den besten internationalen Film ging an das norwegische Drama „Sentimental Value“. Als bester Animationsfilm wurde „KPop Demon Hunters“ ausgezeichnet, während die Dokumentation „Mr. Nobody Against Putin“ den Preis in ihrer Kategorie gewann.
Auffällig war in diesem Jahr zudem eine Premiere.
Erstmals verlieh die Academy einen Oscar für das beste Casting – eine Kategorie, die viele Brancheninsider schon lange gefordert hatten. Passend zur Dominanz des Films ging auch diese Auszeichnung an „One Battle After Another“.
So spiegelte die Oscar-Nacht 2026 gleich mehrere Entwicklungen wider: die Kraft großer Autorenfilme, den wachsenden Einfluss internationaler Produktionen und eine Branche, die sich zunehmend für neue Perspektiven öffnet.
Oder anders gesagt: Hollywood bleibt ein Ort der Träume – nur wird die Bühne darauf langsam ein bisschen größer.
Autor: C.H.