Kultur

In Nantes bekommt die Erde eine Bühne

Die 15. Ausgabe des Voyage à Nantes führt bis zum 6. September mit zeitgenössischer Kunst durch Plätze, Krypten, Gärten und sonst verschlossene Räume. Den Auftakt eines vierjährigen Zyklus über die Elemente bildet die Erde.

Nantes – 16.08.2026: Die Erde ist in Nantes in diesem Sommer keine bloße Kulisse, sondern Material, Gedächtnis und gelegentlich ein handfester Stolperstein für die Gewohnheiten des Stadtbummels. Die 15. Ausgabe des Voyage à Nantes verteilt bis zum 6. September zeitgenössische Kunst über die Stadt. Zehn Künstlerinnen und Künstler bespielen entlang einer grünen Linie Plätze, Gärten, historische Anlagen und Räume, die gewöhnlich nicht öffentlich zugänglich sind.

Das diesjährige Thema eröffnet einen auf vier Jahre angelegten Zyklus über die Elemente. Auf die Erde sollen Wasser, Luft und Feuer folgen. Die Veranstalter fassen den Auftakt bewusst weit: Erde meint den Boden unter den Füßen, geologische Tiefe und das Gedeihen des Lebendigen, ebenso aber den Planeten als verletzlichen Lebensraum. Diese Offenheit lässt den Arbeiten genügend Raum für eigene Deutungen.

Auf der Place Graslin arbeitet der Bildhauer und Regisseur Théo Mercier mit Sand, einem Stoff zwischen Landschaft und Bühne. Vor der Basilika Saint-Nicolas hat der libanesische Künstler Ali Cherri seine Installation "La Machine du Sacré" eingerichtet. Sie greift die Geschichte des im Krieg beschädigten und später wiederaufgebauten Kirchenbaus auf und rückt Figuren der Architektur in eine irritierende Nähe zur Gegenwart.

Besonders eindringlich wird der Parcours unterhalb der Kathedrale Saint-Pierre-et-Saint-Paul. Die sonst nicht frei zugänglichen Krypten öffnen sich für Videoarbeiten von Anne-Charlotte Finel. In Räumen, die Fundamente, Grabmäler und ältere Bauteile der Kathedrale bewahren, beobachtet die Künstlerin Randzonen zwischen Infrastruktur und Natur. Das Verborgene der Stadt erhält eine visuelle Stimme, leise und von eigentümlicher Unruhe durchzogen. Zugleich erschließt die Ausstellung einen Ort, dessen historische Schichten im Alltag unsichtbar bleiben.

Auch andere Schauplätze werden neu lesbar. Louis Guillaume setzt in den Gräben des Schlosses der Herzöge der Bretagne eine metallene Dattelpalme. Edgar Sarin arbeitet in der Kapelle des Lycée Clemenceau mit Holz und Lehm. Im Jardin Extraordinaire, einer ehemaligen Granitgrube, zeigt Barbara Schroeder Skulpturen in einer Landschaft, deren künstlich geschaffene Üppigkeit selbst wie eine Verabredung zwischen Geologie und Fantasie wirkt.

Der sommerliche Parcours knüpft an das Prinzip an, Kunst über das Stadtgebiet zu verteilen und mit Architektur, Geschichte und öffentlichen Wegen zu verbinden. Die grüne Linie dient dabei als Orientierung zwischen den einzelnen Stationen. Wer ihr folgt, begegnet vertrauten Orten unter veränderten Vorzeichen und gelangt zugleich in Gebäude, die außerhalb des Festivals verschlossen bleiben.

Ergänzt wird der Rundgang durch Ausstellungen, darunter "Interstellar – Die Erde neu denken" in der HAB Galerie. Dort weitet sich die Perspektive vom lokalen Boden ins Kosmische: Die Erde erscheint als gemeinsamer, erstaunlich fragiler Aufenthaltsort.

Quellen

  • Franceinfo
  • Le Voyage à Nantes
  • Nantes Métropole
  • Le Monde

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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