Jakarta – 19.08.2026: Über den von Trockenheit gezeichneten Regionen Indonesiens richtet sich der Blick inzwischen auch nach oben. Die Behörden setzen bei der Bekämpfung von Wald- und Flächenbränden auf Wettermodifikation: Flugzeuge bringen Partikel in geeignete Wolken ein, um Niederschläge auszulösen und besonders gefährdete Böden zu befeuchten. Das Verfahren soll die klassische Brandbekämpfung ergänzen und die Ausbreitung von Feuern möglichst früh bremsen.
Nach Angaben der indonesischen Meteorologiebehörde BMKG laufen Einsätze unter anderem im Raum Pekanbaru auf Sumatra sowie bei Palangkaraya auf Borneo. Zuvor wurden vergleichbare Operationen in Aceh und Südsumatra abgeschlossen. Im laufenden Jahr zählte die Behörde bis Ende Juli 17 Programme zur Wettermodifikation gegen Wald- und Landbrände. Sie umfassten demnach 169 Einsatztage und 290 Flüge in besonders feuergefährdeten Gebieten.
Das Verfahren wird häufig verkürzt als künstlicher Regen bezeichnet. Tatsächlich kann es keine Wolken erzeugen. Vielmehr werden Partikel in bereits vorhandene, geeignete Wolken eingebracht, um deren Niederschlagspotenzial zu erhöhen. Indonesische Stellen verwenden nach eigenen Angaben vor allem Salzpartikel. Franceinfo berichtet unter Berufung auf die Nachrichtenagentur AFP auch über den Einsatz von Silberiodid. Ob eine Mission Aussicht auf Erfolg hat, hängt vor allem von der Wetterlage ab. Auch die Wirksamkeit und mögliche Umweltfolgen des Verfahrens werden weiterhin untersucht.
Wie eng die Grenzen sind, zeigte sich zuletzt im Bromo-Tengger-Semeru-Nationalpark in Ostjava. Dort kämpften Einsatzkräfte Anfang August tagelang gegen einen großflächigen Brand. Forstminister Raja Juli Antoni erklärte, Flüge zur Wolkenimpfung seien wegen fehlender geeigneter Wolken zunächst nicht möglich gewesen. Stattdessen kamen Hubschrauber, Löschfahrzeuge, Drohnen, Ranger und Soldaten am Boden und aus der Luft zum Einsatz.
Die Brände treffen ein Land, dessen Trockenzeit durch das Klimaphänomen El Niño zusätzlich verschärft werden kann. Nach Angaben der BMKG drohen in mehreren Landesteilen längere und trockenere Bedingungen als üblich. Besonders gefährlich sind entwässerte Torfböden. Feuer können dort lange unter der Oberfläche schwelen und dichten Rauch erzeugen. Dieser belastet die Gesundheit der Bevölkerung und kann über Indonesiens Grenzen hinweg in andere Teile Südostasiens ziehen.
Die nationale Katastrophenschutzbehörde BNPB nutzt Wettermodifikation daher vor allem zur Vorsorge: Torf- und andere Risikoflächen sollen Feuchtigkeit aufnehmen, bevor sich Brände festsetzen. Dabei arbeiten BMKG, BNPB, Umwelt- und Forstministerium, regionale Verwaltungen, Militär und Polizei zusammen. Wo geeignete Wolken fehlen, bleiben jedoch nur vorbeugender Brandschutz und der unmittelbare Löscheinsatz.
Quellen
- Franceinfo
- ANTARA News
- AFP
- BMKG
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).