Paris – 04.10.2026: Isabelle Huppert, deren Gesicht seit Jahrzehnten zum französischen Kino gehört, verschwindet in ihrem neuen Film ausgerechnet in der Menge. In Marc Fitoussis Komödie "Ni vue, ni connue" spielt sie Corinne Maclou, eine Statistin, die zwischen Drehtagen, Warteschlangen und kleinen Hoffnungen beharrlich auf jene Rolle wartet, die ihr Leben als Schauspielerin verändern könnte. Der französische Kinostart ist für den 7. Oktober 2026 angekündigt.
In einem Gespräch mit Franceinfo bezeichnete sich Huppert als eine stets beharrliche Frau, die sie in gewisser Weise noch immer sei. In dieser Rolle erhält der Satz einen leisen Widerhaken. Corinne verteilt ihre Vita am Set, sucht Gelegenheiten zum Gespräch und verwechselt Professionalität bisweilen mit jener Mischung aus Mut und Verzweiflung, die im Filmgeschäft schnell als Aufdringlichkeit gelesen wird. Aufgeben kommt für sie dennoch nicht infrage.
Die stärkste Pointe liegt in der Besetzung selbst: Eine der bekanntesten Darstellerinnen Frankreichs verkörpert eine Frau, die kaum jemand wahrnimmt. Fitoussi macht daraus keine schwere Sozialstudie, sondern eine Komödie mit scharfem Blick für die kleinen Demütigungen der Branche: das stundenlange Warten, beiläufige Befehle, unterschiedliche Höflichkeitsstufen für Stars und Komparsen sowie die Hoffnung auf einen einzigen Satz, der endlich eine Tür öffnet.
Sandrine Kiberlain spielt eine fiktionalisierte Fassung ihrer selbst. Zwischen ihr und Corinne entwickelt sich eine Beziehung, die zunächst wie ein unverhoffter Glücksfall wirkt. Kiberlains Filmfigur ist berühmt und viel beschäftigt, aber keineswegs frei von eigenen Unsicherheiten. Ihre Begegnung stellt zwei Karrieren nebeneinander, deren Abstand nicht allein aus Talent oder Fleiß erwächst. Sichtbarkeit, Beziehungen, Zufall und der richtige Augenblick bestimmen mit, wer vor der Kamera sprechen darf und wer als unscharfe Gestalt im Hintergrund bleibt.
Marc Fitoussi kennt diese Arbeitswelt aus mehreren Perspektiven. Bereits 2009 widmete er Statistinnen und Statisten einen Dokumentarfilm. Später inszenierte er Folgen der Serie "Dix pour cent", die das Milieu der Agenturen und der Prominenz mit Witz und Melancholie betrachtet. Nach "Copacabana" und "La Ritournelle" arbeitet er nun erneut mit Huppert. Diesmal nutzt er ihren Starstatus, um die unsichtbare Seite des Kinos auszuleuchten.
Zum Ensemble gehören außerdem Anne Marivin, Ana Girardot, Emmanuelle Bercot, Vincent Dedienne, Diane Kruger und Thomas Jolly; mehrere Mitwirkende treten in Variationen ihrer öffentlichen Person auf. Das Spiel zwischen Realität und Erfindung verleiht dem Film seine Reibung. Die Frage, wer im Kino wichtig sein darf, entsteht dort, wo das Publikum gewöhnlich nicht genauer hinsieht: am Rand und im Hintergrund des Bildes.
Quellen
- Franceinfo: Interview mit Isabelle Huppert
- AlloCiné: Filmseite zu "Ni vue, ni connue"
- L'Officiel des spectacles: Besetzung und Kinostart
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).