Umwelt

Island weist Walfanggegner nach Aktion auf See aus

Island hat Aktivisten der Captain Paul Watson Foundation ausgewiesen. Zuvor hatte die Küstenwache ihr Schiff Bandero nach dem Versuch festgesetzt, einen Walfänger zu behindern.

Reykjavik – 07.08.2026: Island hat mehrere Aktivisten der Captain Paul Watson Foundation ausgewiesen, nachdem die Küstenwache deren Schiff Bandero Ende Juli gestoppt und in Reykjavík festgesetzt hatte. Anlass war eine Konfrontation mit dem Walfangschiff Hvalur 9. Die Behörden werfen den Aktivisten vor, die Sicherheit auf See gefährdet zu haben. Paul Watson selbst befand sich nach übereinstimmenden Berichten nicht an Bord.

Die Besatzung der Hvalur 9 hatte nach Angaben der isländischen Küstenwache am Abend des 30. Juli Unterstützung angefordert, weil sie sich durch das Protestschiff bedroht sah. Die Bandero soll Aufforderungen zum Verlassen der isländischen Gewässer und später den Befehl, die Maschinen anzuhalten, missachtet haben. Daraufhin gingen Einsatzkräfte der Küstenwache und eine Spezialeinheit der Polizei an Bord.

Am 31. Juli wurde das Schiff nach Reykjavík gebracht, anschließend übernahm die Polizei die Ermittlungen. Die Captain Paul Watson Foundation bestätigte die Beschlagnahmung und erklärte, 21 Besatzungsmitglieder seien festgesetzt worden. Wie viele Aktivisten nun ausgewiesen wurden, welche Staatsangehörigkeiten sie besitzen und ob gegen einzelne Personen Einreiseverbote verhängt wurden, geht aus den bislang vorliegenden Angaben nicht hervor.

Die Organisation wollte nach eigener Darstellung den kommerziellen Walfang des Unternehmens Hvalur hf. verhindern. Ihre Kampagne mit dem Namen Operation 86 richtete sich gegen die Jagd auf Finnwale in isländischen Gewässern. Die Stiftung bezeichnet solche Einsätze als direkte, gewaltfreie Aktionen zum Schutz von Meeressäugern. Die Behörden bewerten das Manöver dagegen als Gefährdung der Schifffahrt.

Island zählt neben Norwegen und Japan zu den wenigen Staaten, die weiterhin kommerziellen Walfang betreiben. Das Land vergibt Fangquoten für Finn- und Zwergwale. Die Branche steht seit Jahren international in der Kritik; zugleich wird über die Rechtmäßigkeit und die Risiken direkter Störaktionen gestritten. In diesem Fall griffen die Sicherheitsbehörden bereits auf See ein.

Eine Ausweisung kann nach isländischem Recht mit einem befristeten oder dauerhaften Wiedereinreiseverbot verbunden werden. Bei Betroffenen aus Staaten außerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums kann eine Sperre zudem im Schengener Informationssystem vermerkt werden. Ob solche Maßnahmen gegen Mitglieder der Bandero-Besatzung angeordnet wurden, ist nicht öffentlich bestätigt.

Paul Watson, Mitgründer von Sea Shepherd und später Gründer der Captain Paul Watson Foundation, geriet wegen Aktionen gegen Walfänger wiederholt mit Justizbehörden in Konflikt. Im aktuellen Verfahren geht es jedoch um die Besatzung der Bandero. Mit der Festsetzung des Schiffes und der Ausweisung der Aktivisten ist deren isländische Mission vorerst beendet.

Quellen

  • Franceinfo
  • Associated Press
  • Isländische Regierung

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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