Tokio – 22.09.2026: Japan schützt Autofahrer mit hohen staatlichen Zuschüssen vor einem starken Anstieg der Kraftstoffpreise. Der durchschnittliche Benzinpreis soll landesweit bei etwa 170 Yen je Liter gehalten werden. Das entspricht je nach Wechselkurs weniger als einem Euro. Die Hilfe wird nicht direkt an Haushalte ausgezahlt, sondern greift in der Lieferkette: Mineralölunternehmen erhalten Zuschüsse, damit sie Kraftstoff günstiger an Tankstellen liefern können.
Das Wirtschaftsministerium nahm die Krisenhilfe am 19. März 2026 wieder auf, nachdem die Rohölnotierungen infolge der Spannungen im Nahen Osten deutlich gestiegen waren. Nach Angaben des Ministeriums hätte Benzin ohne staatliches Eingreifen mehr als 200 Yen je Liter kosten können. Die Förderung umfasst auch Diesel, Heizöl und Kerosin; für Flugtreibstoff gilt ein niedrigerer Satz.
Grundlage ist ein Fonds zur Stabilisierung der Brennstoffpreise. Er gleicht einen Teil der Differenz zwischen dem erwarteten Marktpreis und dem politisch angestrebten Niveau aus. An den Zapfsäulen kommt die Entlastung mit Verzögerung an, weil bereits ausgelieferte Vorräte zunächst verkauft werden. Das Ministerium veranschlagte dafür im Frühjahr ein bis zwei Wochen.
Die Höhe der Subventionen verändert sich mit dem Ölpreis und dem Wechselkurs. Ende Mai kostete Benzin im Landesdurchschnitt 169,2 Yen je Liter; der Zuschuss lag damals bei 37,2 Yen. Mitte Juni war der Fördersatz nach einem Rückgang der Rohölpreise auf 18,2 Yen gesunken. Der Staat übernimmt somit keine feste Summe, sondern passt seine Hilfe an die Marktentwicklung an.
Die Regierung begründet den Eingriff mit Japans ausgeprägter Abhängigkeit von Importen. Im Jahr 2024 stammten rund 95,1 Prozent der Rohöleinfuhren aus dem Nahen Osten; insgesamt importierte das Land 99,7 Prozent seines Rohöls. Die Vereinigten Arabischen Emirate und Saudi-Arabien lieferten zusammen mehr als vier Fünftel der Menge. Störungen bei Preisen oder Lieferwegen wirken sich daher rasch auf Verkehr, Industrie und private Haushalte aus.
Gegen Versorgungsausfälle verfügt Japan zugleich über umfangreiche Reserven. Staatliche und private Bestände sowie gemeinsam mit Förderländern gehaltene Vorräte entsprachen im Februar 2026 nach Angaben der Energiebehörde einem Verbrauch von etwa acht Monaten. Im März beschloss die Regierung außerdem, Teile der Reserven freizugeben. Diese Bestände sichern vor allem die Verfügbarkeit von Öl; die Dämpfung der Verbraucherpreise wird dagegen aus dem Staatshaushalt bezahlt.
Das Wirtschaftsministerium bezifferte den im Mai vorgesehenen Nachtragshaushalt zur Bewältigung der wirtschaftlichen Folgen der Nahostlage auf mehr als drei Billionen Yen. Wie hoch die tatsächlichen Ausgaben ausfallen, hängt von Rohölpreis, Wechselkurs und Dauer der Zuschüsse ab.
Quellen
- Franceinfo
- Japanisches Wirtschaftsministerium
- Japanische Behörde für natürliche Ressourcen und Energie
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).