Paris – 06.08.2026: Nach zwei Tagen in Polizeigewahrsam ist der französische Koch Jean Imbert am Mittwoch, dem 5. August 2026, unter den Status eines beschuldigten Zeugen gestellt worden. Das berichtete Franceinfo unter Berufung auf den laufenden Justizvorgang. Eine Anklage oder Verurteilung ist mit diesem Schritt nicht verbunden.
Jean Imbert steht nach mehreren Anzeigen früherer Partnerinnen im Fokus der französischen Justiz. Die Frauen werfen ihm häusliche Gewalt vor. Ihre Anschuldigungen werden derzeit geprüft und sind bislang nicht gerichtlich festgestellt. Imbert hat die gegen ihn erhobenen Vorwürfe in der Vergangenheit bestritten. Für ihn gilt die Unschuldsvermutung.
Der französische Status des "témoin assisté", wörtlich eines anwaltlich begleiteten Zeugen, bezeichnet eine besondere Zwischenstellung im Strafverfahren. Er kann einer Person zuerkannt werden, die in einer gerichtlichen Untersuchung namentlich belastet wird oder gegen die bestimmte Verdachtsmomente vorliegen. Nach Einschätzung der Justiz reichen diese jedoch noch nicht für eine formelle Beschuldigung als "mis en examen" aus. Über die Einstufung entscheidet ein Untersuchungsrichter.
Der Status verleiht Imbert konkrete Verfahrensrechte. Er kann sich anwaltlich vertreten lassen, über seine Verteidigung Einsicht in die Ermittlungsakte nehmen und bei Vernehmungen schweigen. Zudem kann er Konfrontationen mit Personen beantragen, deren Aussagen ihn belasten. Anders als ein formell Beschuldigter darf ein beschuldigter Zeuge weder in Untersuchungshaft genommen noch unter gerichtliche Aufsicht gestellt werden.
Die Ermittlungsbehörden müssen nun die Aussagen der Beteiligten und mögliche weitere Beweismittel auswerten. Dazu können etwa medizinische Unterlagen, Nachrichten oder andere Dokumente gehören, sofern sie Bestandteil der Untersuchung sind. Die jüngste Entscheidung enthält noch keine Bewertung der Glaubhaftigkeit einzelner Aussagen und keine Feststellung einer strafrechtlichen Verantwortung. Sie beschreibt den Verfahrensstand nach Imberts Befragungen im Polizeigewahrsam.
Der Fall hatte bereits vor diesem Schritt berufliche Folgen für den 44-Jährigen. Imbert wurde durch die Fernsehsendung "Top Chef" einem breiten Publikum bekannt und arbeitete später im Pariser Luxushotel Plaza Athénée. Im Frühjahr 2026 zog er sich aus seinen gastronomischen Betrieben zurück. Das Hotel teilte im April mit, er werde dort nicht länger als Küchenchef tätig sein, bleibe aber künstlerischer Leiter.
Die juristische Zwischenstellung lässt den weiteren Verlauf offen. Imbert kann den Untersuchungsrichter selbst darum ersuchen, formell beschuldigt zu werden; der Richter kann den Status bei entsprechendem Ermittlungsstand ebenfalls ändern. Bis dahin wird das Verfahren unter Wahrung der Rechte der anzeigenden Frauen und der Verteidigungsrechte Imberts fortgeführt.
Quellen
- Franceinfo
- Service-Public.fr
- Le Parisien
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).