Aden – 13.09.2026: Die verschärften Kämpfe im Jemen haben seit Anfang September fast 86.000 Menschen zur Flucht gezwungen. Das teilte die Internationale Organisation für Migration am Sonntag mit. Die Zahl steigt nach Angaben der Organisation rasch, nachdem sich die Gefechte entlang der strategisch wichtigen Westküste und an weiteren Frontabschnitten ausgeweitet haben.
Besonders betroffen sind Küstengebiete in den Gouvernements Hudaida und Taizz sowie Orte im Süden des Landes. Viele Familien mussten ihre Häuser unter hohem Zeitdruck verlassen. Binnen weniger Tage wurden Ortschaften teilweise entvölkert. Die Vertriebenen suchen Schutz bei Verwandten, in provisorischen Unterkünften oder in Städten unter Kontrolle der international anerkannten Regierung. Häufig fehlt es dort bereits an ausreichender Versorgung.
Mehr als 2.000 Menschen flohen nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration mit Booten über die Meerenge Bab al-Mandab nach Dschibuti. Dort erhalten sie zunächst Trinkwasser, Lebensmittel, medizinische Versorgung und Unterstützung bei der Unterbringung. Die Überfahrt gilt als gefährlich: Die Boote sind oftmals überfüllt, das Wetter kann rasch umschlagen, und der Konflikt erschwert sichere Routen über das Rote Meer.
Der UN-Sondergesandte für den Jemen, Hans Grundberg, hatte den Sicherheitsrat am 10. September vor der Gefahr einer Rückkehr zu großflächigen Kämpfen gewarnt. Es wäre die schwerste Eskalation seit der Waffenruhe von 2022. In den vergangenen Tagen nahmen die Gefechte an der Westküste deutlich zu. Am 12. September waren noch mehr als 76.000 Vertriebene gemeldet worden. Der Anstieg innerhalb kurzer Zeit lässt erkennen, wie schnell sich die Lage verschlechtert.
Die humanitäre Krise im Jemen bestand lange vor der jüngsten Eskalation. Millionen Menschen sind nach Angaben der Vereinten Nationen auf Unterstützung angewiesen. Viele Haushalte verfügen kaum über Rücklagen, während die Versorgung mit Wasser, Lebensmitteln und Medikamenten in Teilen des Landes eingeschränkt ist. Neue Fluchtbewegungen belasten auch jene Gemeinden, die Vertriebene aufnehmen und deren Infrastruktur bereits durch jahrelangen Krieg geschwächt ist.
Der Konflikt begann 2014 mit der Einnahme der Hauptstadt Sanaa durch die Huthi. Eine von Saudi-Arabien geführte Militärkoalition griff im folgenden Jahr zugunsten der international anerkannten Regierung ein. Die Waffenruhe von 2022 lief zwar nach sechs Monaten aus, führte aber über längere Zeit zu deutlich weniger grenzüberschreitenden Angriffen und Kämpfen.
Hilfsorganisationen fordern nun sicheren Zugang zu den betroffenen Gebieten und Schutz für Zivilisten. Die Vereinten Nationen und die Internationale Organisation für Migration konzentrieren ihre Hilfe auf die neu Vertriebenen im Jemen sowie auf jene Menschen, die Dschibuti über den Seeweg erreichen.
Quellen
- Franceinfo
- Internationale Organisation für Migration
- Büro des UN-Sondergesandten für den Jemen
- Associated Press
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).