Paris – 20.09.2026: Berichte über Unfälle mit Automatikautos und älteren Fahrern haben in Frankreich eine Debatte über eingeübte Fahrabläufe ausgelöst. Anlass sind mehrere bekannt gewordene Fälle, in denen Menschen beim Bremsen offenbar das Gaspedal betätigten. Eine amtliche Statistik, die solche Vorfälle nach Getriebeart, Alter der Fahrer und Unfallursache systematisch erfasst, gibt es allerdings nicht.
Die Behauptung einer Unfallserie unter Senioren ist deshalb mit Vorsicht zu behandeln. Einzelne Ermittlungen können den Ablauf eines konkreten Unfalls klären, erlauben aber keine verlässliche Aussage über das allgemeine Risiko einer Altersgruppe. Auch die französische Beobachtungsstelle für Verkehrssicherheit erfasst Pedalverwechslungen nicht als eigenständige, nach Alter und Fahrzeugtechnik aufgeschlüsselte Unfallkategorie. Wie häufig solche Bedienfehler tatsächlich vorkommen, bleibt statistisch offen.
Der Wandel auf dem Neuwagenmarkt ist gleichwohl unübersehbar. Nach Angaben aus der Branche verfügen inzwischen rund 85 Prozent der in Frankreich verkauften Neuwagen über ein Automatikgetriebe. Elektroautos und viele Hybridmodelle besitzen grundsätzlich kein klassisches Schaltgetriebe. Wer jahrzehntelang mit drei Pedalen und Schalthebel gefahren ist, muss sich beim Fahrzeugwechsel daher auf andere Bewegungsabläufe einstellen.
Bei Automatikautos werden Gas und Bremse üblicherweise allein mit dem rechten Fuß bedient; der linke Fuß bleibt ungenutzt. Fachleute der Fahrausbildung weisen darauf hin, dass die fehlende Kupplung das Fahren erleichtern kann, zugleich aber zunächst die gewohnte Koordination verändert. Hinzu kommen neue Wählhebel, elektronische Parkbremsen und zahlreiche Assistenzsysteme. Bedienung und Anordnung unterscheiden sich von Hersteller zu Hersteller, was die Eingewöhnung erschweren kann.
Ältere Menschen bilden im Straßenverkehr keine homogene Risikogruppe. Die amtliche französische Unfallbilanz für 2025 weist für Menschen ab 75 Jahren allerdings 83 Verkehrstote je eine Million Einwohner aus. Der Wert verweist vor allem auf ihre erhöhte körperliche Verletzlichkeit bei Kollisionen. Er belegt weder eine besondere Neigung zu Pedalverwechslungen noch einen ursächlichen Zusammenhang mit Automatikgetrieben.
Das staatliche Informationsportal für ältere Menschen nennt Automatikautos ausdrücklich als Möglichkeit, das Fahren zu erleichtern. Zugleich empfiehlt es, die eigene Fahrtüchtigkeit regelmäßig zu überprüfen. Ein pauschaler Verzicht auf das Autofahren lässt sich daraus nicht ableiten. Sinnvoll kann jedoch eine praktische Einweisung sein, wenn sich Fahrzeugtyp, Pedalanordnung oder technische Ausstattung ändern.
Für neu zugelassene Fahrzeuge in der Europäischen Union gelten seit dem 7. Juli 2026 zusätzliche Vorgaben für Assistenz- und Sicherheitstechnik, darunter automatische Notbremsfunktionen und Notfall-Spurhaltehilfen. Solche Systeme können manche gefährliche Situation entschärfen, aber nicht jede Fehlbedienung ausgleichen. Ob Pedalverwechslungen bei Automatikautos häufiger auftreten, lässt sich ohne eine eigene amtliche Erfassung weiterhin nicht beantworten.
Quellen
- Franceinfo
- TF1 Info
- Observatoire national interministériel de la sécurité routière
- Service-Public.fr
- Pour les personnes âgées
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).