Gesundheit

Kinderimpfquoten sinken in mehreren Europäische Union-Staaten

Seit der Covid-19-Pandemie sinken oder stagnieren die Kinderimpfquoten in vielen Staaten der Europäischen Union. In Frankreich fällt die Entwicklung je nach Impfung unterschiedlich aus.

Paris – 18.09.2026: In mehreren Staaten der Europäischen Union sind die Impfquoten bei Kindern seit der Covid-19-Pandemie gesunken oder kaum noch gestiegen. Zu diesem Ergebnis kommt eine am 17. September veröffentlichte Studie in der Fachzeitschrift The Lancet Regional Health – Europe. Untersucht wurden Daten aus allen 27 Mitgliedstaaten zu sieben Standardimpfungen im Zeitraum von 1980 bis 2024.

Die Forschenden werteten Angaben der Weltgesundheitsorganisation und des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen aus. Berücksichtigt wurden Impfungen gegen Diphtherie, Tetanus und Keuchhusten, Hepatitis B, Haemophilus influenzae Typ b, Masern, Pneumokokken, Poliomyelitis und Röteln. Über Jahrzehnte hinweg nahmen die Impfquoten in der Europäischen Union deutlich zu. Für die Jahre seit 2019 erkennen die Autoren jedoch in vielen Ländern einen Richtungswechsel.

In 16 Mitgliedstaaten sank die Quote bei mindestens vier der sieben untersuchten Impfungen. Besonders verbreitet waren rückläufige Tendenzen bei Impfungen gegen Meningokokken B und Poliomyelitis: Die Studie stellte sie jeweils in 20 Ländern fest. Bei Hepatitis B waren 18 Staaten betroffen, bei der Kombinationsimpfung gegen Diphtherie, Tetanus und Poliomyelitis 17 Staaten.

Die absoluten Impfquoten bleiben der Auswertung zufolge in weiten Teilen Europas hoch und liegen bei vielen Impfungen weiterhin über 90 Prozent. Von einem Zusammenbruch der regulären Versorgung kann daher keine Rede sein. Dennoch können die Veränderungen Schutzlücken vergrößern, wenn Kinder einzelne Dosen oder Auffrischungen versäumen. Gerade bei hochansteckenden Krankheiten wie Masern sind dauerhaft hohe Quoten nötig, um größere Ausbrüche zu verhindern.

In Frankreich ergibt sich je nach Impfstoff ein unterschiedliches Bild. Bei vier der sieben untersuchten Impfungen stiegen die Quoten, bei drei gingen sie zurück. Die jüngste nationale Bilanz von Santé publique France weist zugleich hohe Werte bei den regulären Kinderimpfungen aus. Bei der Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln erreichte die erste Dosis bei Kindern im Alter von 24 Monaten im Jahr 2025 eine Quote von 95,5 Prozent.

Die Weltgesundheitsorganisation hatte bereits 2025 darauf hingewiesen, dass die Impfquoten gegen Masern, Keuchhusten und andere Krankheiten in ihrer europäischen Region noch unter dem Niveau vor der Pandemie lagen. Die neue Studie nennt unterbrochene Impfangebote während der Pandemie, Zugangshürden, soziale Ungleichheiten und wachsende Impfskepsis als mögliche Ursachen. Ihre Daten reichen allerdings nur bis einschließlich 2024; spätere nationale Entwicklungen sind nicht erfasst.

Die Autoren empfehlen verlässliche Impfregister, leicht zugängliche Nachholangebote und eine gezieltere Ansprache von Familien mit unvollständig geimpften Kindern. In Frankreich bleibt die grundsätzliche Zustimmung nach Angaben von Santé publique France hoch: Mehr als 80 Prozent der Befragten äußerten sich 2025 positiv zu Impfungen.

Quellen

  • Franceinfo
  • The Lancet Regional Health – Europe
  • Santé publique France
  • Weltgesundheitsorganisation

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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