Paris – 23.09.2026: Zwei Tage vor der Ankunft von Papst Leo XIV. wirbt die katholische Kirche in Frankreich weiter um Spenden. Kardinal Jean-Marc Aveline, Präsident der Französischen Bischofskonferenz, sagte dem Sender Franceinfo, ihn berühre die wachsende Anteilnahme an den Vorbereitungen. Zugleich räumte er ein, dass die Mittel für den kirchlichen Teil des Besuchs noch nicht vollständig eingegangen seien. Die Kirche veranschlagt dafür 27 Millionen Euro.
Der Papst wird vom 25. bis 28. September Paris, Saint-Denis, Lourdes sowie Metz und Goin besuchen. Die französische Regierung hat die Reise per Dekret als Großereignis eingestuft. Damit gehen besondere Sicherheitsvorkehrungen einher, unter anderem für die geplanten Zusammenkünfte in der Kathedrale Notre-Dame, im Stade de France und am Wallfahrtsort Lourdes.
Anfang September hatte die Bischofskonferenz den erwarteten Gesamtetat von zuvor genannten 15 Millionen auf 27 Millionen Euro erhöht. Sie begründete dies mit dem großen Andrang sowie zusätzlichen Kosten für Logistik, Sicherheitsbarrieren, technische Ausstattung und die Organisation großer Gottesdienste. Nach Angaben der Veranstalter haben sich mehr als 700.000 Menschen für die verschiedenen Termine registriert.
Zu den Ausgaben gehören neben Tribünen, Leinwänden und Beschallung auch sanitäre Anlagen, Ordnerdienste und die Ausstattung der Veranstaltungsorte. Der Finanzbedarf steigt damit nicht allein wegen der Zahl der Besucher, sondern auch wegen der räumlichen Verteilung der Reise. Binnen vier Tagen müssen mehrere Großveranstaltungen an weit voneinander entfernten Orten vorbereitet werden.
Die Kirche und ihre Spender tragen grundsätzlich die Kosten der religiösen Veranstaltungen; der Staat ist für die öffentlichen Sicherheitsmaßnahmen zuständig. Diese Aufteilung entspricht dem französischen Grundsatz der Laizität: Der Staat finanziert keine Religionsausübung, bleibt aber für Ordnung, Verkehrslenkung und den Schutz der Teilnehmer verantwortlich. Das Innenministerium erwartet allein zur Messe in Lourdes am 27. September bis zu 150.000 Menschen.
Aveline, Erzbischof von Marseille, hatte Leo XIV. im Namen der französischen Bischöfe eingeladen. Die Stationen bilden unterschiedliche Teile des französischen Katholizismus ab: die Hauptstadt und ihre historischen Kirchen, das von sozialer Vielfalt geprägte Saint-Denis, den Wallfahrtsort Lourdes sowie die Grenzregion um Metz.
Auch protokollarisch unterscheidet sich die Reise von einem klassischen Staatsbesuch. Der Heilige Stuhl entschied sich für eine apostolische Reise mit begrenztem staatlichem Zeremoniell. Präsident Emmanuel Macron soll dennoch an Teilen des Programms teilnehmen. Während der Staat den öffentlichen Raum sichert, muss die Kirche ihren auf 27 Millionen Euro bezifferten Anteil weiterhin aus Spenden decken.
Quellen
- Franceinfo
- Französische Bischofskonferenz
- Französisches Innenministerium
- Légifrance
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).