Paris – 02.10.2026: Knapp 90.000 Menschen haben sich eine Woche vor dem ersten Wahlgang für die sozialdemokratische Vorwahl zur französischen Präsidentschaftswahl 2027 registriert. Die fünf Bewerber debattierten am Donnerstagabend, 1. Oktober, bei France 2 und France Inter. Zur Wahl stehen Olivier Faure, Raphaël Glucksmann, Ségolène Royal, Jérôme Guedj und Emmanuel Maurel.
Der erste Wahlgang findet online von Freitag, 9. Oktober, 8 Uhr, bis Samstag, 10. Oktober, 20 Uhr statt. Erreicht niemand die erforderliche Mehrheit, folgt am 16. und 17. Oktober eine Stichwahl. Stimmberechtigt sind Mitglieder der beteiligten Parteien sowie Unterstützer, die sich bis zum 5. Oktober anmelden. Externe Teilnehmer zahlen 15 Euro, Studierende und nicht steuerpflichtige Personen 10 Euro.
Die Zahl der Registrierten liegt deutlich über den Mitgliederbeständen der beiden größten Organisatoren. Der Parti socialiste hatte vor Beginn des Verfahrens rund 41.000 Mitglieder angegeben, Place publique etwa 12.000. Die Vorwahl reicht damit über den engeren Kreis der Parteiapparate hinaus. Zugleich ist die Teilnahme stärker begrenzt als bei früheren offenen Vorwahlen: Sie setzt eine rechtzeitige Anmeldung und für Außenstehende einen finanziellen Beitrag voraus.
Das zweite Fernsehduell machte deutlich, dass die Kandidaten in der Sozial- und Wirtschaftspolitik vielfach ähnliche Ziele verfolgen, in strategischen Fragen jedoch auseinanderliegen. Besonders umstritten ist eine mögliche Zusammenarbeit mit La France insoumise bei den Parlamentswahlen nach der Präsidentschaftswahl. Glucksmann und Guedj befürworten eine klare Abgrenzung. Faure, Royal und Maurel wollen Gespräche mit der linksradikalen Partei nicht grundsätzlich ausschließen.
Auch die Bewertung des Gazakrieges führte zu Spannungen. Faure bezeichnet das israelische Vorgehen als Völkermord, Glucksmann lehnt diesen Begriff ab. Darin spiegelt sich ein tieferer Konflikt der französischen Linken: Die Bewerber sollen ein gemeinsames Angebot für die Präsidentschaftswahl vorbereiten, vertreten aber unterschiedliche außenpolitische Positionen und Bündnisstrategien.
Die Vorwahl trägt den Namen Choisir 2027 und wird vom Parti socialiste, Place publique und der Gauche républicaine et socialiste organisiert. Faure, Guedj und die frühere Präsidentschaftskandidatin Royal kommen aus dem Parti socialiste. Glucksmann vertritt Place publique, Maurel die Gauche républicaine et socialiste.
Ein letztes Fernsehduell ist für Sonntag, 4. Oktober, bei BFMTV vorgesehen. Bis zum Anmeldeschluss am 5. Oktober können die Organisatoren weitere Unterstützer gewinnen. Die Beteiligung beeinflusst die politische Ausgangslage des späteren Siegers: Sie gibt Aufschluss darüber, ob dessen Rückhalt über die Mitgliedschaft der beteiligten Parteien hinausreicht. Bis Freitagabend waren knapp 90.000 Menschen registriert.
Quellen
- Franceinfo
- Parti socialiste
- Public Sénat
- Le Monde
- La Chaîne Parlementaire
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).