Wirtschaft

Korsische Landwirte blockieren Häfen im Streit um Dürrehilfen

Landwirte haben in Bastia und Ajaccio gegen die aus ihrer Sicht zu geringen Hilfen nach dem trockenen Sommer protestiert. Am 30. September sollen Gespräche im Landwirtschaftsministerium folgen.

Bastia – 24.09.2026: Hunderte Landwirte haben am Donnerstag auf Korsika gegen aus ihrer Sicht unzureichende staatliche Hilfen nach der Dürre protestiert und zeitweise die Häfen von Bastia und Ajaccio blockiert. Am Abend dauerte die Blockade in Bastia nach Berichten lokaler Medien an. Die Verbände verlangen zusätzliche Soforthilfen und verbindliche Fortschritte beim Ausbau der Wasserversorgung auf der Insel.

An den Kundgebungen beteiligten sich sechs landwirtschaftliche Organisationen, darunter die beiden FDSEA-Verbände, Jeunes Agriculteurs, Coordination Rurale Corsica, Mossa Paisana und Via Campagnola. Aktionen gab es neben Bastia und Ajaccio auch in Calvi, Corte und Sartène. Die gemeinsame Mobilisierung richtete sich gegen die wirtschaftlichen Folgen eines besonders trockenen und heißen Sommers für Tierhaltung, Ernten und die Liquidität der Betriebe.

Kern des Streits ist eine für Korsika vorgesehene Unterstützung von 1,3 Millionen Euro aus einem nationalen Hilfsfonds für die Landwirtschaft. Nach Angaben der Präfekturen umfasst dieser Fonds landesweit 235 Millionen Euro. Die Landwirtschaftsvertreter halten den korsischen Anteil gemessen an den Schäden für deutlich zu niedrig. Vor allem Viehhalter müssten wegen vertrockneter Weiden zusätzliches Futter kaufen. Dadurch stiegen die laufenden Kosten, während dürrebedingte Ernteausfälle zugleich die Einnahmen schmälerten.

Nach mehrstündigen Gesprächen in den Präfekturen von Ajaccio und Bastia erhielten die Vertreter der Branche einen Termin im Landwirtschaftsministerium in Paris. Das Treffen ist für Mittwoch, den 30. September 2026, angesetzt; auch die Leitung der Agentur für Dienstleistungen und Zahlungen soll daran teilnehmen. Die FDSEA in Haute-Corse bewertete das Ergebnis dennoch als unzureichend und verlangte ein direktes Gespräch mit der Landwirtschaftsministerin.

Die Präfekturen kündigten an, die Höhe der vorgesehenen Hilfen erneut zu prüfen. Das Auszahlungsverfahren soll am Freitag, dem 25. September, beginnen. Die Behörden wollen möglichst viele Überweisungen bis zum 1. Dezember veranlassen. Hinzukommen könnten Entschädigungen aus dem nationalen Solidaritätssystem. Deren Umfang lässt sich jedoch erst bestimmen, wenn die Bewertungen der Ernteschäden abgeschlossen sind.

Neben den akuten Finanzhilfen standen die Wasserversorgung und der geringe Versicherungsschutz auf der Tagesordnung. Staat und korsische Gebietskörperschaft haben nach Angaben der Präfekturen zwischen 2022 und 2025 insgesamt 45 Millionen Euro für zusätzliche Speicherkapazitäten und Wasserleitungen mobilisiert. Dazu gehören Arbeiten an den Stauseen von Codole und Figari. Solche Vorhaben benötigen allerdings Zeit und können die unmittelbaren Verluste der Betriebe nicht ausgleichen.

Nach Angaben der Behörden verfügen derzeit lediglich sechs landwirtschaftliche Betriebe auf Korsika über eine Ernteversicherung. Damit bleibt ein großer Teil der Branche bei Dürre und anderen Wetterextremen auf öffentliche Entschädigungen angewiesen. Über deren Höhe soll nun bei dem Treffen am 30. September in Paris weiterverhandelt werden.

Quellen

  • Franceinfo Korsika
  • Corsenet Infos
  • Präfektur von Korsika und Präfektur Haute-Corse

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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