Wirtschaft

Kraftstoffengpässe treffen vor allem Tankstellen von TotalEnergies

An 17 Prozent der französischen Tankstellen fehlte am Montag mindestens eine Kraftstoffsorte. Wirtschaftsminister Roland Lescure sieht keine nationale Versorgungskrise: Betroffen sind vor allem preisgedeckelte Stationen von TotalEnergies.

Paris – 21.09.2026: An 17 Prozent der französischen Tankstellen fehlte am Montag mindestens eine Kraftstoffsorte. Das sagte Wirtschaftsminister Roland Lescure dem Sender France Inter. Der Anteil lag damit einen Prozentpunkt über dem Stand des Wochenendes. Nach Angaben des Ministers entfallen 91 Prozent der Engpässe auf Stationen des Konzerns TotalEnergies. Eine landesweite Unterversorgung sieht die Regierung derzeit dennoch nicht.

Lescure führte die Häufung bei TotalEnergies auf die Preisobergrenzen des Konzerns zurück. An dessen Tankstellen sind die Preise derzeit auf 1,99 Euro je Liter Benzin und 2,25 Euro je Liter Diesel begrenzt. Damit liegen sie unter dem allgemeinen Preisniveau und ziehen entsprechend mehr Kundschaft an. Nach den von Franceinfo genannten Marktdaten kostete Diesel am Sonntag in Frankreich durchschnittlich 2,41 Euro je Liter.

Ein Engpass bedeutet allerdings nicht zwangsläufig, dass eine Tankstelle vollständig schließen muss. Häufig fehlt nur eine einzelne Kraftstoffsorte, während andere weiterhin erhältlich sind. Die erheblichen Preisunterschiede lenken Autofahrer jedoch gezielt zu den günstigeren Stationen. So konzentriert sich die Nachfrage auf ein begrenztes Netz, dessen Vorräte und Lieferlogistik kurzfristig stärker beansprucht werden.

Der Wirtschaftsminister erklärte, Frankreich verfüge über gefüllte strategische Reserven und könne die Versorgungslage für die nächsten sechs bis acht Wochen überblicken. Damit trat er Befürchtungen entgegen, die örtlichen Ausfälle könnten sich rasch zu einer allgemeinen Knappheit ausweiten. Zugleich verwies Lescure auf Risiken durch den anhaltenden Konflikt im Nahen Osten und mögliche Beeinträchtigungen internationaler Lieferwege.

Besondere Aufmerksamkeit gilt der Straße von Hormus, einer zentralen Route für den weltweiten Öltransport. Länger anhaltende Störungen könnten die Beschaffung von Rohöl und Mineralölprodukten erschweren und den Rückgriff auf Lagerbestände beschleunigen. Frankreich verfügt über staatlich organisierte Sicherheitsreserven, die kurzfristige Versorgungsunterbrechungen abfedern sollen. Für eine dauerhafte internationale Lieferkrise sind sie jedoch nicht gedacht.

Premierminister Sébastien Lecornu berief für Montag zwei Regierungstreffen ein. Am Vormittag sollten die Spitzen der Zentralverwaltungen über die Versorgung mit Erdöl und Erdgas beraten. Für den Nachmittag war eine Sitzung über kurz- und mittelfristige Hilfen für Haushalte vorgesehen, die von den gestiegenen Preisen an den Zapfsäulen betroffen sind. Eine allgemeine Senkung der Kraftstoffsteuern wäre wegen der hohen Kosten für den Staatshaushalt politisch umstritten.

Für Autofahrer zeigt sich die Belastung vorerst vor allem in einer ungleichen Verteilung des Angebots. Wer gezielt preisgedeckelte Stationen von TotalEnergies anfährt, muss häufiger damit rechnen, dass einzelne Sorten ausverkauft sind. Die Regierung trennt deshalb zwischen punktuellen Ausfällen im Tankstellennetz und der Versorgung des Landes insgesamt. Nach ihrer Darstellung reichen die regulären Bestände bislang aus; die strategischen Reserven mussten nicht zur Stabilisierung des Marktes eingesetzt werden.

Quellen

  • Franceinfo
  • France Inter

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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