Der Staatschef, der sich gestern in Cherbourg aufhielt, kündigte an, dass er "ab Juli" eine große Gesundheitskonferenz einberufen wolle.
Mitten in der "Systemkrise" des Gesundheitssektors besuchte Emmanuel Macron am Dienstag, dem 31. Mai, das Krankenhauszentrum in Cherbourg (Manche). Der Präsident der Republik kündigte die Einberufung eines Runden Tisches mit "allen Akteuren des Gesundheitswesens" (Notärzte, Krankenpfleger, Allgemeinmediziner, Verwaltung) "über den Zugang zu dringender und außerplanmäßiger Versorgung" an.
"In den kommenden Wochen werden wir die Dinge objektiv betrachten und die bestehenden Lücken erkennen. Danach werden wir eine sehr konkrete Bilanz der Situation der Notfallsysteme ziehen können", versicherte Emmanuel Macron. Die Untersuchungs-Mission wird vom Leiter der Notaufnahme des CHR Metz-Thionville und Präsidenten von Samu-Urgences de France, François Braun, geleitet.
Mindestens 120 Notaufnahmen sahen sich gezwungen, ihre Tätigkeit einzuschränken oder bereiten sich auf Einschränkungen vor. Laut der Vereinigung Samu-Urgences de France (SUdF) stehen alle Warnlampen auf Rot. Nahezu 20% der 620 öffentlichen und privaten Einrichtungen, die eine oder mehrere Notaufnahmen betreiben, sind betroffen. Ein alarmierendes Zeichen für diese beispiellose Krise ist, dass 14 der 32 größten französischen Krankenhäuser (CHU und CHR) auf dieser Liste stehen.
"Tiefgreifende Schwierigkeiten"
Der Staatschef machte außerdem deutlich, dass er "ab Juli" eine große Gesundheitskonferenz mit allen Beteiligten einleiten wolle. Emmanuel Macron wurde bei seinem von der neuen Gesundheitsministerin Brigitte Bourguignon begleitet.
In ganz Frankreich wird der Zugang der Patienten zur ambulanten Gesundheitsversorgung aufgrund des Ärztemangels und der Überlastung der Krankenhäuser immer schwieriger. Trotz "beispielloser Investitionen machen tiefgreifende Schwierigkeiten diese Berufe heute schwierig und nicht attraktiv genug", meldete der Elysée-Palast.