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Krise um den Cognac: Über 500 Demonstranten und 120 Traktoren protestieren in der Charente

Inmitten der malerischen Weinberge der Charente braut sich eine Krise zusammen, die das Herz der französischen Cognac-Produktion bedroht. Über 500 Menschen und 120 Traktoren zogen am 17. September durch die Straßen von Cognac, um gegen eine mögliche chinesische Steuer auf europäische Spirituosen zu protestieren. Diese Steuer könnte für viele Produzenten verheerende Folgen haben, da China…

Screenshot X / @UGVCognac

Inmitten der malerischen Weinberge der Charente braut sich eine Krise zusammen, die das Herz der französischen Cognac-Produktion bedroht. Über 500 Menschen und 120 Traktoren zogen am 17. September durch die Straßen von Cognac, um gegen eine mögliche chinesische Steuer auf europäische Spirituosen zu protestieren. Diese Steuer könnte für viele Produzenten verheerende Folgen haben, da China ein wichtiger Exportmarkt für Cognac ist.

Eine drohende Steuer und ihre Auswirkungen

Der Hintergrund des Problems liegt in einer politischen Entscheidung: Die Europäische Union hat sich dazu entschlossen, Zölle auf chinesische Elektrofahrzeuge zu erheben. Diese Entscheidung hat in Peking nicht gerade für Begeisterung gesorgt. Als Reaktion darauf erwägt China nun, die Zölle auf europäische Spirituosen, darunter auch den weltweit geschätzten Cognac, um satte 35 % zu erhöhen.

Das Problem ist offensichtlich: Für die französischen Cognac-Produzenten wäre dies ein massiver Schlag. „Wenn wir den chinesischen Markt verlieren, bedeutet das, dass wir auf 25 % unserer Exporte verzichten müssen“, erklärt Nicolas Migaud, ein Winzer aus der Region um Cognac. Dieser Marktverlust wäre ein schwerer Rückschlag – zumal die Branche bereits mit steigenden Kosten und einer schlechten Ernte zu kämpfen hat. Die Inflation und die sinkende Kaufkraft der Verbraucher setzen den Produzenten zusätzlich zu.

https://twitter.com/Cognac_Official/status/1836047024468132071

Ein Symbol des Widerstands: Traktorenkolonne in der Charente

Die Stimmung war ernst, als die Traktorenkolonne von 1,7 Kilometern Länge sich langsam in Bewegung setzte. Bereits um 7 Uhr morgens hatten sich die Demonstranten in verschiedenen Städten der Region – darunter Segonzac, Jonzac und Pons – versammelt, um zur Zentrale der Union Générale des Viticulteurs pour l’AOC Cognac in Gensac-la-Pallue zu ziehen. Danach setzte sich der Protestzug in Richtung Unterpräfektur von Cognac fort, wo die Demonstranten ihre Besorgnis über die Zukunft der Branche zum Ausdruck brachten.

Dieser Protest ist der größte, den die Cognac-Branche seit 1998 erlebt hat. Die Mobilisierung zeigt, wie ernst die Lage ist. Für viele ist diese mögliche Steuer das sprichwörtliche „Tüpfelchen auf dem i“ – die letzte Belastung, die eine ohnehin schon angespannte Lage untragbar machen würde.

Eine Branche in Gefahr

Die Bedeutung des Cognacs für die Region ist kaum zu unterschätzen. Mehr als 15.000 Menschen sind direkt in der Cognac-Produktion beschäftigt, und rund 70.000 weitere Arbeitsplätze hängen indirekt an der Branche. Die Produktion erstreckt sich über mehr als 700 Gemeinden in der Charente und der Charente-Maritime – eine Region, die wie kaum eine andere mit der Herstellung dieses edlen Tropfens verbunden ist. Der Verlust des chinesischen Marktes könnte also nicht nur einzelne Produzenten, sondern die gesamte Region schwer treffen.

Für die Produzenten ist dies eine Frage von wirtschaftlichem Überleben. Der Markt in China hat in den letzten Jahren stetig an Bedeutung gewonnen, und die Vorstellung, diesen zu verlieren, ist erschreckend. Die Angst vor einer massiven Absatzdelle ist allgegenwärtig. Besonders in einer Zeit, in der die Erträge ohnehin niedrig sind und die Preise für die Herstellung steigen, wäre ein solcher Verlust verheerend.

Hoffnung auf europäische Unterstützung

Die Demonstranten hoffen nun, dass ihre Stimmen in Brüssel gehört werden. Am 19. September soll der chinesische Handelsminister Wang Wentao den EU-Handelskommissar treffen, um über die Zölle auf Elektrofahrzeuge zu diskutieren. Die Produzenten von Cognac hoffen, dass eine Einigung gefunden wird, die auch ihre Branche schützt.

„Es ist nicht nur eine Frage des Handels, es geht um das Überleben einer Kultur und eines jahrhundertealten Handwerks“, so die Stimmung unter den Demonstranten. Cognac ist nicht nur ein Produkt – es ist ein Symbol für Frankreichs Handwerkskunst, für Tradition und für den Stolz einer Region. Der Verlust eines so wichtigen Marktes wie China würde nicht nur wirtschaftliche Folgen haben, sondern auch das Prestige der französischen Wein- und Spirituosenproduktion in Mitleidenschaft ziehen.

https://twitter.com/coordinationrur/status/1836043947828801821

Die Zukunft des Cognacs: Unsicher, aber hoffnungsvoll?

Auch wenn die Lage angespannt ist, bleibt eine vorsichtige Hoffnung, dass die Politik eine Lösung findet. Die Produzenten und ihre Mitarbeiter haben in den letzten Jahrzehnten schon viele Herausforderungen gemeistert, von Wetterkapriolen bis hin zu Marktveränderungen. Doch diese Krise – die Verquickung internationaler Handelsstreitigkeiten mit lokalen wirtschaftlichen Interessen – ist neu.

Die kommenden Tage und Wochen werden zeigen, wie sich die Verhandlungen zwischen der EU und China entwickeln. Doch eines ist klar: Die Produzenten von Cognac sind entschlossen, für ihre Zukunft zu kämpfen. Sie haben ihre Traktoren und ihre Stimmen in Bewegung gesetzt, um sicherzustellen, dass diese Krise nicht übersehen wird.

Inmitten dieser Ungewissheit bleibt die Frage: Wird der edle Tropfen aus der Charente auch weiterhin die Welt erobern, oder stehen wir am Anfang eines dramatischen Wandels für die gesamte Branche?

https://twitter.com/UGVCognac/status/1836033399707902361

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