Le Havre – 22.08.2026: Kühlere Ferienregionen haben im heißen französischen Sommer 2026 deutlich an Zulauf gewonnen. Nach einer Auswertung der Alliance France Tourisme verzeichnete die Kanalküste zwischen Le Havre und der Opalküste im Juli den stärksten Zuwachs unter den französischen Küstenregionen. Die Hotelauslastung lag dort 4,5 Prozentpunkte über dem Vorjahreswert und fast zehn Punkte über dem Niveau von 2024.
Der Anstieg setzte nach Angaben der Branchenorganisation Mitte Juli ein und hielt im August an. An der Kanalküste erreichte die Auslastung demnach mehr als 90 Prozent. Davon profitierten neben den Badeorten auch Reiseziele im normannischen Hinterland. Für die gesamte Normandie wurde im August eine Auslastung von 85,2 Prozent gemeldet, während der landesweite Wert zurückging.
In mehreren Orten legten auch die Einnahmen der Hotellerie kräftig zu. Die Alliance France Tourisme nennt Deauville, Cabourg, Trouville-sur-Mer und Ouistreham, wo der Umsatz je verfügbarem Zimmer im Juli gegenüber 2025 um mehr als zehn Prozent stieg. In Le Touquet fiel der Zuwachs noch höher aus. Solche Kennzahlen verbinden Belegung und Zimmerpreise; sie geben daher einen genaueren Eindruck von der wirtschaftlichen Lage der Hotels als reine Gästezahlen.
Auch die Bretagne verzeichnete im August bei der Auslastung ein Plus von 1,6 Prozentpunkten. Der Umsatz je verfügbarem Zimmer lag dort 6,1 Prozent über dem Vorjahreswert. Tourisme Bretagne beurteilt die Saison dennoch zurückhaltend: Im Juli nahm die Besucherzahl insgesamt lediglich um 0,6 Prozent zu. Mehr internationale Gäste glichen eine schwächere Nachfrage aus Frankreich aus. Neben den Hitzeperioden beeinflusste auch die angespannte Kaufkraft das Buchungsverhalten.
Ähnlich entwickelte sich der Bergtourismus. Der Verband der Bürgermeister französischer Bergorte meldete für den Sommer eine prognostizierte Auslastung von 48,7 Prozent. Vor allem die Nordalpen trugen zum Wachstum bei. Die Pyrenäen registrierten nach einem schwächeren Juli mehr Buchungen für August. Als Gründe nennt der Verband den Wunsch nach niedrigeren Temperaturen, Ferien im eigenen Land und die Suche nach finanziell besser planbaren Aufenthalten.
Für Gastgeber und Tourismusverbände bedeutet die Verschiebung, dass bislang weniger gefragte Sommerziele stärker in Angebote, Personal und Infrastruktur investieren müssen. Zugleich könnten südliche Regionen bei anhaltenden Hitzeperioden unter kurzfristigeren Buchungen und einer schwankenden Nachfrage leiden.
Die Angaben bilden allerdings nur einen Zwischenstand ab. Sie erfassen vor allem Hotels, Ferienresidenzen und Feriendörfer, nicht aber sämtliche Unterkünfte und Tagesgäste. Ein vollständiger Saisonvergleich steht daher noch aus. Belastbar ist bereits, dass Kanalküste, Bretagne und Bergregionen in diesem Sommer einen messbaren Teil der Nachfrage auf sich gezogen haben.
Quellen
- Franceinfo
- Alliance France Tourisme
- Association Nationale des Maires des Stations de Montagne
- Tourisme Bretagne
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).